Regenwald und Palmöl

Montag, den 25. April 2016 um 06:38 Uhr

Leitfaden für eine Projektwoche: " - was hat das miteinander zu tun?"

Zeropalmoel

Inspiriert von einer Leipziger Grundschule, die Anfang des Jahres eine Projektwoche zum Regenwaldschutz durchgeführt hat, wollten wir es vielen anderen Lehrern (und Schülern) ermöglichen, sich auch mit dem Thema "Regenwald und Palmöl" zu beschäftigen. Unsere Freiwillige Jasmin hat sich daher einen tollen Leitfaden für eine Projektwoche für Schüler der Klassen 4-6 ausgedacht, inklusive spannender Quizfragen. Pädagogen, denen die Zeit oder das Hintergrundwissen für die Ausarbeitung solch einer Projektwoche fehlen, sind mit diesem Leitfaden und den darin enthaltenen Links und Informationen gut ausgestattet. Sollten dennoch Fragen offen bleiben, kann man sich gerne an uns wenden unter CLOAKING oder CLOAKING . Natürlich freuen wir uns auch über Anregungen und Kritik!

Leitfaden zur Projektwoche "Regenwald und Palmöl - was hat das miteinander zu tun?"

Quiz "Regenwald und Palmöl"

 

Jahresbericht 2015

Mittwoch, den 13. April 2016 um 14:28 Uhr

Jahresbericht 2015

Jahresbericht
Jahresbericht 2015 © SAVE

SAVE Wildlife Conservation Fund

Das fünfte Jahr unserer Stiftung stimmt uns sehr optimistisch, denn in den letzten zwölf Monaten konnten wir in vielen unserer Projekte wichtige Meilensteine erreichen.

Alle unsere Projekte basieren auf der SAVE Naturschutzstrategie, bestehend aus den vier Säulen Bildung, Armutsbekämpfung, Forschung und Sofortmaßnahmen.

Naturschutzstrategie
Naturschutzstrategie © SAVE

Dieser Ansatz ermöglicht es uns, das Ziel des nachhaltigen Natur- und Artenschutzes in unseren Projektregionen ganzheitlich zu verfolgen und dauerhaft umzusetzen. Wir sind davon überzeugt, dass die Kombination aus Bildung, Armutsbekämpfung, Forschung und unmittelbaren Schutzmaßnahmen das erfolgreichste Naturschutzkonzept mit kurz-, mittel- und langfristiger Wirkung darstellt.

In unseren Tätigkeitsfeldern SAVE African Animals, SAVE the Future, SAVE the Forest und SAVE European Wildlife haben wir mit dieser Strategie im Jahr 2015 wichtige Erfolge erzielt. Der durchgeführte Ansatz bzw. welche Strategiesäule wir bei den einzelnen Projekten verfolgten, hing dabei vom Entwicklungsstand des Projekts und den Bedingungen am Projektort ab. Wichtig war uns dabei immer die Kooperation auf Augenhöhe mit gleichgesinnten und kompetenten Organisationen vor Ort.

Hervorzuheben ist dabei die große Auswilderung von Streifengnus und Elenantilopen in der Kalahari, durch die die Population in einem dortigen Reservat sogar verdoppelt wurde. Wir sind außerdem sehr stolz auf die Erweiterung unserer Kinderprojekte in Botswana und dem Kongo, wo wir nun hoffen, durch die Ausbildung von Multiplikatoren unseren beliebten Umweltbildungsansatz in der Projektregion zu verbreiten. In Deutschland zeigt unser neues Wolfsschutzprojekt erste Erfolge, die uns mit Spannung und Zuversicht in die Zukunft blicken lassen.

SAVE African Animals

1. Großangelegtes Auswilderungsprojekt von Antilopen in Botswana

Auswilderungsprojekt
Auswilderungsprojekt.
© SAVE

Gemeinsam mit dem Department of Wildlife and National Park Botswana und der Grassland Safari Lodge hat SAVE im Mai 400 Streifengnus und 100 Elenantilopen an drei verschiedenen Gebieten des Central Kalahari Game Reserve (CKGR) ausgewildert. Das Ziel der bisher größten Wiederansiedlung war die signifikante Erhöhung des Artbestandes dieser Tiere, damit sich die natürliche Population erholen kann. Dadurch gibt es nun doppelt so viel Beute für die dort lebenden Löwen, Afrikanischen Wildhunde, Geparden und Leoparden, die somit nicht mehr auf Farmland ausweichen müssen, um Nahrung zu finden. Infolgedessen wird der Mensch-Wildtier-Konflikt durch weniger Nutztierverluste entschärft und es kommt zu weniger Raubtiertötungen.

2. Grenzübergreifender Löwenschutz in Botswana und Mozambique

Um dem Mensch-Wildtier-Konflikt weiter Einhalt zu gebieten, ist es zusätzlich zur Erhöhung der Beutepopulation unter anderem nötig, in geeigneten Gebieten Schutzkorridore zu schaffen, über die die Tiere abwandern können. Das begünstigt nicht nur die Suche nach wildlebenden Beutetieren, sondern verbessert die Basis eines natürlich funktionierenden Ökosystems, da die Tiere dadurch auf andere Populationen treffen und so ein besserer genetischer Austausch ermöglicht wird.

3. Vernetzung des Wildhund-Schutzprojekts

Der Schutz des gefährdeten Afrikanischen Wildhundes wurde im Jahr 2015 intensiviert und ausgebaut. Da wir nur gemeinsam ein Aussterben dieser beeindruckenden Art verhindern können, hat SAVE die Aktionsgruppe „Survival African Wild Dogs“ gegründet. Zusammen mit Experten, Forschern, Organisationen und Interessierten weltweit wollen wir unser Wissen zusammentragen und vervielfachen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam länderübergreifend den Schutz der Afrikanischen Wildhunde vorantreiben. Interessierte können sich unter http://survival-african-wild-dogs.net über dieses Projekt informieren.

SAVE the Future

1. SAVE Wildlife Kids – Projekte

 Tsolido Hills Ausflug
Tsolido Hills Ausflug. © SAVE

„Motho le Phologolo“ in Shakawe, Botswana

Mittlerweile besuchen 125 Kinder unsere beiden Projekte in Shakawe und Samochima. 2015 ermöglichte Projektschirmherrin Christa Kleine-Dürschmidt und ihr Ehemann den Kindern gleich drei ganz besondere Erlebnisse. Im Mai sponserten sie ihnen eine Exkursion zu den Tsodilo Hills, einer UNESCO-Weltkulturerbestätte im Nordwesten Botswanas. Der zweite Ausflug im August, bei dem die Kinder übers Wochenende zum Camping ins Okavango Delta fuhren, stand der ersten Exkursion in nichts nach. In mehreren Kanus erkundeten die Kinder dabei begeistert die Natur im und am Lebensraum Fluss. Auch der dritte Ausflug, der im November stattfand, war ein voller Erfolg. Die Kinder konnten bei einem Safaritrip im Moremi-Wildreservat Elefanten, Giraffen und Löwen in freier Wildnis erleben.

„Bana Ba Lenong“ in Moreomaoto, Botswana und „Bana Ba Motswedi“ in Gweta, Botswana

Für unsere Kinder in Gweta und Moreomaoto fanden in den Einrichtungen monatlich besondere Fachvorträge oder Workshops zu bestimmten heimischen Arten oder Themen wie Umweltverschmutzung oder ressourcenschonender Umgang mit Tieren und Pflanzen durch unsere Mitarbeiter oder zusätzlich die des botswanischen Umweltministeriums statt. Im März machten die Kinder aus Moreomaoto einen Ausflug in den Makgadikgadi Nationalpark. Begeistert konnten die Kinder unter anderem Elefanten, Giraffen und einen Schakal beobachten. Im Juni wurde in den Einrichtungen erstmals der Weltumwelttag gefeiert. Die Weihnachtsfeier stand unter dem Motto „Ich bin ein kleiner Umweltschützer, es beginnt mit mir“. In den Vorschulen hat die SAVE-Multiplikatorenschulung „Kids for Wildlife Conservation“ begonnen, mit der wir Betreuer mit den umweltpädagogischen Methoden vertraut machen wollen, die wir in unseren Projekten nutzen. Mit der Methode „Train the Trainers“ möchten wir die Anzahl der Einrichtungen, die sich an unserem Programm beteiligen, erhöhen und damit auch die Anzahl an Kindern, die davon profitieren. In Gweta wurde zusätzlich Anfang des Jahres eine eigene Vorschulgruppe gegründet. Diese bekam im Oktober hohen Besuch des deutschen Botschafters in Botswana, Herrn Rolf Ulrich, der sich im Rahmen der Projektförderung den Standort direkt vor Ort ansehen wollte.

„Bana Ba Ditlou“ in Kasane, Botswana

Global March
Global March
© SAVE

Im ältesten SAVE-Kinderprojekt in Kasane werden derzeit insgesamt 150 Kinder betreut. Im letzten Jahr wurden die Gruppen mit verschiedenen Kleidungsstücken und Spielsachen ausgestattet. Insgesamt 70 neue Winterjacken konnten dank der Spende von SAVE und Volker Grömm verteilt werden. Zudem spendete Jörg Gorschlüter eine neue, komplette Fußballausrüstung. Ein Highlight des Jahres fand am 3. Oktober statt: Erwachsene und Kinder aus Kasane sowie Regierungsvertreter nahmen am 4,5 km langen „Global March for Elephants, Rhinos and Lions“ teil. Motto der Veranstaltung war „Wir sind stolz auf unser Erbe“. Bei der gemeinsamen aufwändigen Planung, Vorbereitung und stolzen Teilnahme zeigte die Gruppe, dass sie ihren Namen, Bana Ba Ditlou (übersetzt: Die Kinder der Elefanten), zu recht trägt.

„Odzala“ in Mbomo, Republik Kongo

Unser im August 2014 gegründetes, erstes kongolesisches Kinderprojekt liegt am südlichen Rand des Odzala-Kokoua Nationalparks und wird zusammen mit der Organisation Sabine Plattner African Charities geführt. Dank der großzügigen Unterstützung durch Projektschirmherr Güven Işler konnten bereits erste Maßnahmen im Bereich der Entwicklungshilfe und Umweltbildung umgesetzt werden. T-Shirts sowie die Ausrüstung für Exkursionen wurden bereitgestellt, so dass nun 50 Jugendliche im Club Odzala sowie zwei Kindergartengruppen in den Dörfern Mokongounda und Lango für ihre Aktivitäten ausgestattet sind. Eine Exkursion in den Nationalpark Lesio-Lefini fand im Herbst statt.

2. Unterstützung der Mababe Community Camps, Botswana

Im Bereich der Armutsbekämpfung unterstützt SAVE seit 2015 die Mababe Community Camps, die Ökotourismus betreiben. Beide Camps, das ehemalige Dhizana und das Tshaa Riverside Camp, sollen von den Gemeindebewohnern von Mababe betrieben werden. Die umweltfreundlichen und naturnahen Camps hätten ohne die Unterstützung ihren Betrieb nicht wieder aufnehmen können. Die Erlöse der beiden Camps werden in Zukunft in lokale Projekte der Gemeinde fließen, wie zum Beispiel das neue SAVE Kinderprojekt, das in Mababe entstehen soll.

SAVE the Forest

1. Ausbau und Ausweitung der ZeroPalmöl-Kampagne

ZeroPalmöl
ZeroPalmöl © SAVE

Die Ende des Jahres 2014 gestartete Kampagne ZeroPalmöl zum Erhalt des Regenwaldes wurde erfolgreich ausgebaut. Es wurde bisher Kontakt mit ca. 500 Herstellern aufgenommen, sowohl um das Sortiment der palmölfreien Produkte auszukundschaften, als auch um die Hersteller zur Reduktion oder gar zur Umstellung auf Alternativen aus heimischem Anbau zu bewegen. Der Druck hat sich gelohnt: Im letzten Jahr haben sich viele Hersteller für die Umstellung auf heimische Alternativen entschieden und zahlreiche neue Hersteller verzichten bewusst auf Palmöl als Zutat. Seit dem Start der App „ZeroPalmöl - PoP-Produkte ohne Palmöl“ im Jahr 2015 wurde sie bereits über 2.500 Mal heruntergeladen. In der Datenbank befinden sich derzeit 4.833 Produkte ohne Palmöl von 211 Herstellern (Stand: Dezember 2015). Gleichzeitig haben wir mit anderen Organisationen den Druck auf politischer Ebene begonnen: Dabei möchten wir eine Reduzierung bzw. einen Verzicht von Palmöl in Biodiesel und eine allgemeine Kennzeichnungspflicht von Palmöl auf Produkten aller Art bewirken.

2. Wiederaufforstung in Indonesien

Indonesien
Wiederaufforstung
© Friends of Orangutans

SAVE unterstützt seit 2015 die Organisation „Friends of the Orangutans“ bei einem Wiederaufforstungsprojekt des Regenwaldes in Indonesien. Das Gebiet liegt in der Nähe des Dorfes Kampung Pantak auf West Kalimantan. Die Einheimischen sind aktiv an der Wiederaufforstung beteiligt, die überwiegend aus Shorea-Setzlingen besteht. Die waldbildenden Shoreabäume sind in den Regenwäldern Südostasiens beheimatet und eine gute Nahrungsquelle, u.a. für Primaten.

SAVE European Wildlife

1. Intensive Erforschung und Erweiterung des Wolfschutzprojektes auf Deutschland

Der Wolf in Polen

Wolfsprojekt Polen
Heulmethode © Roman Gula

Auch im letzten Jahr verbrachte das polnische Team viele Tage im Feld auf der Suche nach Wolfsspuren jeglicher Art. Die Forschung steht bei unserem polnischen Projekt im Fokus, sowie der sachliche Informationsaustausch mittels der polnischen Plattform Wilknet ( www.wilknet.pl ). Verschiedene Projektregionen werden dabei von Mitarbeitern des Teams um Prof. Roman Gula betreut.

Der Wolf im Unteren Odertal

Gemeinsam mit dem Artenschutzbüro Unteres Odertal macht sich SAVE nun seit Ende 2014 auch in Deutschland für den Schutz des Wolfes stark. Im grenzüberschreitenden Projektgebiet wurde bereits 2014 ein Wolfsrudel beobachtet. Im April 2015 konnte dann die Geburt von vier Welpen bestätigt werden. Im Rahmen eines gemeinsamen zweijährigen Forschungsprojekts sollen nun Zusammenhänge zwischen der Entstehung des Rudels und der Entwicklung des Wildtierbestandes im Projektgebiet dokumentiert werden. Dafür wurden im letzten Jahr 16 Wildkameras an repräsentativen Orten aufgestellt, die sowohl das Verhalten als auch die zahlenmäßige Entwicklung beider Gruppen festhalten sollen. In Zusammenarbeit mit dem Artenschutzbüro Unteres Odertal hat SAVE zudem Anfang des Jahres einen länderübergreifenden Managementplan für den Wolf entwickelt und an die amtierenden deutschen Landesumweltminister übermittelt. Der Drei-Punkte-Plan beinhaltet Sofortmaßnahmen, Empfehlungen zur Schaffung einer übergeordneten Institution sowie die konkrete, phasenweise Umsetzung des Wolfsschutzes.

2. Erweiterung des Uhu- und Greifvogelschutzes

Stromtod
Stromtod
© Detlef Regulski

Im Rahmen des Uhu-Schutz-Projekts stehen nicht nur die imposanten Eulen, sondern auch Greifvögel und Störche im niederbergischen Raum im Fokus. Fachmännische Untersuchungen des Greifvogelexperten Detlef Regulski im niederbergischen Raum im letzten Jahr haben ergeben, dass lediglich 50% der bisher 92 überprüften Nieder- und Mittelspannungsmasten ausreichend gesichert sind. Dabei achtet er darauf, ob eine sogenannte „Brücke“ montiert ist, damit Vögel sicher landen können und keinen Stromtod erleiden. Bis zum Frühjahr 2016 werden geschätzt weitere 100 Strommasten kartiert, fotografiert und kontrolliert. Mit den Ergebnissen will SAVE die gewerblichen Betreiber der Strommasten wie auch die zuständigen Behörden konfrontieren. Wir bedanken uns herzlich bei Schirmherr Franz Weiß, mithilfe dessen Unterstützung das Projekt erst ermöglicht wurde.

Den kompletten Jahresbericht 2015 lesen Sie hier.

 

Alarmierendes Gerichtsurteil gegen Umweltaktivisten in Kamerun

Donnerstag, den 19. November 2015 um 13:08 Uhr

Wie Palmöl-Investor Umweltschützer zum Schweigen bringen und selbst Klagen in Höhe von 45 Mio. EUR abwenden will

Hintergrund des Prozesses gegen den kamerunischen Umweltaktivisten Nasako Besingi ist dessen Protest gegen die Errichtung einer großflächigen industriellen Palmölplantage im Südwesten Kameruns durch die lokale Tochtergesellschaft SG SOC Ltd. (Sithe Global Sustainable Oils Cameroon Limited) des US-Agrarindustrieunternehmens Herakles Farms.

Das Projekt mit einer Größe von 20.000 bis 70.000 Fußballplätzen zerstört dichte Regenwaldgebiete, die den Lebensraum einer Vielzahl bedrohter Arten und einen der 25 Biodiversitäts-Hotspots der Erde darstellen. Unter anderem zum Schutz dieser Biodiversität sagte Deutschland im Dezember 2013 Kamerun Mittel in Höhe von 86,5 Millionen Euro zu. Die Ziele dieser Entwicklungszusammenarbeit werden unterlaufen, wenn Palmöl-Investoren Regenwälder in Kamerun abholzen. Gemeinsam mit dem SAVE Wildlife Conservation Fund und anderen internationalen Naturschutzorganisationen versuchte Besingi seit Bekanntwerden der Pläne, den Plantagenbau zu stoppen, um die damit einhergehende, massive Regenwaldrodung zu verhindern.

 Herakles
© Regenwaldrodung in Kamerun © SAVE

Es war ein kontroverser und langwieriger Gerichtsprozess, der sich über mehr als drei Jahre hinzog. Das umstrittene Urteil vom 3. November 2015: Der Naturschützer Nasako Besingi wurde zu 1,2 Millionen CFA-Francs (entspricht etwa 1.800 EUR) Geldstrafe bzw. einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und 10 Millionen CFA-Francs (ca. 15.200 EUR) Schadenersatz wegen Verbreitung falscher Neuigkeiten über Herakles Farms und Diffamierung zweier Mitarbeiter der Firma verurteilt.

Besingis Anwalt hält die Anklagepunkte, die – seiner Ansicht nach – nur dazu dienen sollen, seinen Mandaten zum Schweigen zu bringen, für fadenscheinig und wird gegen das Urteil Berufung einlegen.

 Herakles
© Nasako Besingi © SAVE

Mitarbeiter von Herakles Farms griffen Besingi an und bedrohten ihn, da sie ihr Projekt durch seinen Widerstand in Gefahr sahen. Besingis Verurteilung ist lediglich ein erstes Ergebnis einer ganzen Serie schwebender rechtlicher Schritte gegen ihn. Das Ganze versteht sich als Rachefeldzug, nachdem er gemeinsam mit SAVE und anderen NGOs die Firma zuvor wegen Verstößen gegen Umwelt- und Menschenrechte verklagte. In den benötigten Sozial- und Umweltverträglichkeitsstudien nämlich habe Herakles Farms falsche Zahlen genannt und verheimlicht, dass Tausende von Kleinbauern ihres Landes beraubt wurden – ohne jegliche Ausgleichszahlung. Ebenfalls verschwieg das Unternehmen den großflächigen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, die die Wasserquellen der Menschen kontaminieren und Fischpopulationen gefährden können.

Mittels Gerichtsbeschluss ist man nun anscheinend bestrebt, Besingi, den Leiter der kamerunischen Nichtregierungsorganisation SEFE (Struggle to Economize Future Environment), aus dem Weg zu räumen. Dabei ist es so wichtig, dass er den lokalen Gemeinden und Bauern, die ohne seine Unterstützung im Machtspiel der großen Firmen und Investoren niemals Gehör finden würden, eine Stimme verleiht. Diese gilt es nicht verstummen zu lassen aufgrund von Repression und Einschüchterung. In welchem Umfang er die Interessen der lokalen Bevölkerung vertritt, zeigt die von SAVE organisierte Unterschriftenaktion, bei der sich mit 4.000 Unterschriften 80% der Regenwaldbewohner der umliegenden Dörfer – aller direkt betroffenen Menschen also – gegen die Plantage aussprachen.

In einem Schreiben, das uns aus einer vertraulichen Quelle vorliegt, fordert die SG SOC Ltd. die Regierung Kameruns dazu auf, ausstehende Gerichtsprozesse gegen das Unternehmen zu unterbinden. Dabei handelt es sich um acht Fälle mit Klagen in Höhe von insgesamt 45 Millionen Euro. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma verklagt diese u.a. wegen Diffamierung, Rassendiskriminierung und böswilliger Verleumdung in mehreren Fällen. Der eingeschlagene Weg von SG SOC über Regierungsbehörden Rechtsklagen entfliehen zu wollen grenzt an Korruption und ist jedenfalls sehr kritisch zu beurteilen. In dem Brief weist die Firma darauf hin, dass Investoren verunsichert wären durch die ständigen Klagen gegen das Unternehmen und dass die Geschäfte signifikant unter diesen Klagen zu leiden hätten. Man wolle sich doch lediglich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, die Produktion von Palmöl. Es lässt sich nur hoffen, dass der Versuch der Einflussnahme auf die Regierung am Ende keinen Erfolg hat und nicht dazu führt, dass die Firma sich nicht verantworten muss.

 Herakles
© Nasako Besingi © Greenpeace

Die ganze Angelegenheit könnte uns auf drastische Art und Weise vor Augen führen, welch ungleiche Behandlung verschiedene Akteure aufgrund ihrer unterschiedlichen Machtverhältnisse erfahren.

Das Nasako-Besingi-Urteil stellt eine ernsthafte Gefährdung der freien Meinungsäußerung in Kamerun dar. Leider ist dies kein Einzelfall. Auch in anderen Teilen des Landes werden die Rechte von Menschen und Organisationen verletzt, die sich für den Schutz von Land und Natur einsetzen.

Weitere Informationen zum Thema Palmöl unter: www.zeropalmoel.de

 

Der afrikanische Lӧwe

Donnerstag, den 05. November 2015 um 17:48 Uhr
Botswana
Kalahari Löwe © SAVE

Die SAVE Wildlife Conservation Fund Stiftung und der afrikanische Lӧwe

Von Dr. Kristina Kesch

 Kalahari Löwe
Kalahari Löwe © SAVE

Der afrikanische Löwe ist wohl eine der majestätischsten Tierarten, die unsere Erde jemals bevӧlkert hat, ein Ikon der Tierwelt. Weltweit wird er geliebt und verehrt oder aber gefürchtet und gehasst. Für die Menschen in Afrika ist ein Zusammenleben mit der zweitgrӧßten Raubkatze der Welt oft sehr schwierig. Wenn Nutzvieh gerissen wird, werden Lӧwen vielerorts in Vergeltung gejagt und getötet.

Der Aktionsraum eines Löwenrudels kann in manchen Gebieten 1.000 km2 überschreiten. Bedenkt man, dass für eine genetisch gesunde Population mindestens 50 zusammenhängende Rudel notwendig sind, wird ersichtlich, dass die Tiere für einen Fortbestand sehr viel Platz benötigen. Bei einer gleichzeitigen menschlichen Bevӧlkerungsexplosion in Afrika ist es nicht allzu überraschend, dass es immer häufiger zu Konflikten zwischen Menschen und den Raubkatzen kommt. In nur drei Lӧwengenerationen ging die Raubtierpopulation um etwa 42% zurück und die aktuellste Schätzung besagt, dass es nur noch etwa 32.000 Tiere in freier Wildbahn gibt.

Als hauptsächliche Gefahr für die Tiere werden der Konflikt mit dem Menschen, der Rückgang von Beutetierpopulationen, Habitatverlust und die Trophäenjagd genannt. Gleichzeitig sind Topprädatoren wie der Löwe allerdings extrem wichtig für das Ӧkosystem Erde, da sie an der Spitze der Nahrungskette stehen und unter anderem die Populationen von Antilopen und anderen Beutetieren unter Kontrolle halten. In vielen Ländern sind die Tiere auch für den Tourismus sehr wertvoll und Tausende von Menschen kommen jedes Jahr zur Safari nach Afrika, um den afrikanischen Lӧwen in freier Wildbahn zu bewundern. Wie können wir es also schaffen, diese Tiere zu schützen, sie in gesunden Populationen am Leben zu erhalten und gleichzeitig für eine friedvolle Koexistenz mit dem Menschen sorgen?

 Kalahari Löwe
Kalahari Löwe © SAVE

Die SAVE Wildlife Conservation Fund Stiftung ist seit 2010 im Lӧwenschutz aktiv und hat ihren Fokus speziell auf Botswana gelegt. Die Lӧwenpopulation des Landes im südlichen Afrika ist Teil einer der grӧßten zusammenhängenden Populationen afrikanischer Lӧwen. Für den Arterhalt der Tiere ist es daher von großer Bedeutung, diese gesund zu halten und nachhaltig zu schützen.

Die Stiftung hat hier gemeinsam mit mehreren Dorfschulen ein Umweltbildungsprogramm ins Leben gerufen. Dieses soll Kindern, die am Rande von Wildtiergebieten oft mit Angst vor Raubkatzen groß werden, eine alternative Denkweise vermitteln, ihnen die Wichtigkeit dieser Tiere näherbringen und kann es vielleicht sogar schaffen, die Kinder für diese Tiere zu faszinieren. Somit wäre der Grundstein für eine Zukunft im Safaritourismus gelegt, der das zweitwichtigste wirtschaftliche Standbein des Landes darstellt.

 Kalahari Löwe
Kalahari Löwe © SAVE

Im Jahre 2015 initiierte die Stiftung weiterhin die Freilassung von 400 Gnus und 100 Eland Antilopen in einem der größten Schutzgebiete des Landes, dem Central Kalahari Game Reserve. Dadurch verdoppelten sich beinahe die natürlichen Beutetierpopulationen, die zuvor durch das Eingreifen des Menschen rapide zurückgegangen waren.

Die SAVE Wildlife Conservation Fund Stiftung freut sich außerdem zu verkünden, dass sie ab sofort das Botswana Lion Corridor Project unterstützen wird. Das Projekt ist eine Initiative der Wildlife Conservation Research Unit (WildCRU) der Universität Oxford, die seit mehr als 20 Jahren mit innovativer Lӧwenforschung und Schutzprogrammen im südlichen Afrika tätig ist.

 Kalahari Löwe
Kalahari Löwe © SAVE

Wenn Sie die Arbeit von SAVE und seinen Partnern vor Ort unterstützen wollen, besuchen Sie doch einfach die Homepage der Stiftung und setzen Sie sich mit den Mitarbeitern in Verbindung:

https://www.save-wildlife.org

 

Uhu- und Greifvogelschutz im niederbergischen Raum

Freitag, den 14. August 2015 um 11:46 Uhr
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Uhu- und Greifvogelschutz im niederbergischen Raum

Obwohl die Umrüstung vogelgefährlicher Strommasten im Mittelspannungsbereich bereits bis 2012 laut Bundesnaturschutzgesetz abgeschlossen sein sollte, ist bis heute nur ein Bruchteil der Masten ausreichend gesichert.

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Jährlich kommen weiterhin tausende Vögel durch einen Stromschlag ums Leben. Besonders betroffen sind große Vögel, wie streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Greifvögel und Eulen. Da die gesetzlichen Vorschriften größtenteils nicht umgesetzt wurden, erleiden die Tiere weiterhin einen sogenannten Stromtod, wenn sie mit ihren Körpern, häufig den großen Flügeln, stromführende Leitungen und ungeschützte Leiterseile berühren.

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) hat bei einer in verschiedenen Bundesländern durchgeführten Untersuchung auch im niederbergischen Raum bedenkliche Masten gefunden. Anlässlich dieser Befunde untersucht Detlef Regulski, Eulen- und Greifvogel-Experte und Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO), seit März 2015 im Auftrag von SAVE für 12 Monate alle rund 260 Nieder- und Mittelspannungsmasten im niederbergischen Raum ab, später sollen noch Tauglichkeits-untersuchungen von Flächen für neue Windenergieanlagen hinzukommen. Er überprüft die Strommasten auf ihre Vogeltauglichkeit entsprechend der EU-Vorschriften. Bei seinen bisherigen Arbeiten musste der Vogelschützer feststellen, dass gerade einmal ein Sechstel der untersuchten Masten ausreichend gesichert sind. Mit den Befunden wird er sich, zusammen mit SAVE, an die gewerblichen Betreiber der Strommasten sowie die zuständigen Behörden wenden.

 

Naturschutz verbindet – Deutschland, Botswana, China

Mittwoch, den 17. Juni 2015 um 09:59 Uhr
Ausgewilderte Gnus
In die Freiheit entlassene Gnus © SAVE

Deutsche Naturschutzorganisation initiiert größtes Auswilderungsprojekt in der Kalahari (Botswana)

SAVE Wildlife Conservation Fund Deutschland und das Wildlife Department Botswana haben im Mai dieses Jahres 400 Streifengnus und 100 Eland Antilopen in die Freiheit des Central Kalahari Game Reserve (CKGR) Nationalparks in Botswana ausgewildert. Dies ist die bisher größte Anzahl an Wildtieren, die auf einmal in die Freiheit des Tierreservats entlassen wurde. Das CKGR ist das zweitgrößte Wildreservat der Welt und mit seinen 52.800 km2 größer als die Schweiz.
Nach der verspäteten Regenperiode sind zu diesem Zeitpunkt alle Wasserlöcher des Reservats gut gefüllt und bieten den Tieren eine gute Überlebenschance.

SAVE initiierte das gemeinschaftliche Großprojekt und kaufte die Tiere der nahe der Central Kalahari gelegenen Grassland Safari Lodge ab, um sie im CKGR freizulassen.

 Auswilderungsprojekt
Gruppenbild mit Mr. Zheng (Chinesischer
Botschafter), Mr. Taolo (Wildlife Ministerium)
und Mr. De Graaff (Grassland Safari Logde)
© SAVE
Der Aktion ging eine längere Planungsphase voraus und SAVE konnte es Anfang dieses Jahres mit dem Wildlife Ministerium Botswanas besiegeln.
Auch die chinesische Botschaft in Botswana beteiligte sich an dem Vorhaben - und somit erstmals an einem Wildtierschutzprojekt in Botswana - durch anteilige finanzielle Unterstützung bei den Einfang- und Transportkosten, ebenso wie die Umweltstiftung Tlhokomela Trust. Der Reiseanbieter Abendsonne Afrika - Deutschlands Safarispezialisten Nr. 1 für Safaris im südlichen und östlichen Afrika - trug ebenfalls zum Erfolg des Projektes durch eine Spende im Umfang von zwei großen Gnu-Herden bei.

Ziel der Aktion war es, möglichst viele Paarhufer zurück in ihr natürliches Habitat zu führen. Durch großflächige Viehzucht, fortschreitende Landnutzung und das Errichten von Zäunen wurde die Migration der Wildtiere in den letzten Jahrzehnten stark beeinträchtigt, wenn nicht gar ganz verhindert. Das hat dazu geführt, dass die Antilopenpopulationen im CKGR stark dezimiert wurden. Insbesondere die Anzahl der Gnus im Reservat ist so drastisch zurückgegangen, dass sie sich schwer erholen kann. Dies zeigte eine vorausgegangene - von SAVE mitinitiiert und unterstützt - wissenschaftliche Studie. Deshalb war es ein wichtiges Anliegen von SAVE, eine große Anzahl dieser Tierart wieder in den angestammten Gebieten anzusiedeln, um den Artbestand zu sichern.

 Auswilderungsprojekt
Gnu-Herde in der Boma © SAVE

Dafür mussten die Tiere zunächst von der Wildtierfarm eingefangen werden. Jedoch sind die Wildtiere auf den großen Farmen oft nur schwer zu finden. Sie schonend einzufangen und auszuwildern bedurfte deshalb des Einsatzes von Profis und Tiermedizinern des Wildlife Departments Botswanas und der Luftunterstützung eines Helikopters.
Nachdem die Tiere in Herden über einen Zeitraum von mehreren Tagen eingefangen werden und sie sich zunächst in Bomas vom Fang erholen konnten, wurden sie in drei verschiedenen Gebieten des Wildreservats mit dazugehörigen Wasserlöchern frei gelassen, nämlich Motopi, Piper Pan und Xade. Diese Gebiete sind teilweise über 70 km voneinander entfernt. Dadurch werden Ballung und Überweidung in einzelnen Zonen verhindert. Die Verteilung über das CKGR sichert somit die Nachhaltigkeit des Weidelands und das Gleichgewicht des Ökosystems.

 Auswilderungsprojekt
Eland-Herde in der Boma © SAVE

Nach dieser erfolgreichen ersten Auswilderungsaktion beabsichtigt SAVE weitere Projekte dieser Art, um den Fortbestand der Wildtierpopulationen und das ökologische Gleichgewicht des CKGR aufrecht zu erhalten. Zudem ist ein Monitoring der bereits ausgewilderten Tiere geplant. Dieses Monitoring soll die Ergebnisse und Auswirkungen der Wiederansiedlung festhalten und die Daten für künftige Auswilderungen nutzbar machen.

 
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