Uhu- und Greifvogelschutz im niederbergischen Raum

Freitag, den 14. August 2015 um 11:46 Uhr
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Uhu- und Greifvogelschutz im niederbergischen Raum

Obwohl die Umrüstung vogelgefährlicher Strommasten im Mittelspannungsbereich bereits bis 2012 laut Bundesnaturschutzgesetz abgeschlossen sein sollte, ist bis heute nur ein Bruchteil der Masten ausreichend gesichert.

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Jährlich kommen weiterhin tausende Vögel durch einen Stromschlag ums Leben. Besonders betroffen sind große Vögel, wie streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Greifvögel und Eulen. Da die gesetzlichen Vorschriften größtenteils nicht umgesetzt wurden, erleiden die Tiere weiterhin einen sogenannten Stromtod, wenn sie mit ihren Körpern, häufig den großen Flügeln, stromführende Leitungen und ungeschützte Leiterseile berühren.

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) hat bei einer in verschiedenen Bundesländern durchgeführten Untersuchung auch im niederbergischen Raum bedenkliche Masten gefunden. Anlässlich dieser Befunde untersucht Detlef Regulski, Eulen- und Greifvogel-Experte und Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO), seit März 2015 im Auftrag von SAVE für 12 Monate alle rund 260 Nieder- und Mittelspannungsmasten im niederbergischen Raum ab, später sollen noch Tauglichkeits-untersuchungen von Flächen für neue Windenergieanlagen hinzukommen. Er überprüft die Strommasten auf ihre Vogeltauglichkeit entsprechend der EU-Vorschriften. Bei seinen bisherigen Arbeiten musste der Vogelschützer feststellen, dass gerade einmal ein Sechstel der untersuchten Masten ausreichend gesichert sind. Mit den Befunden wird er sich, zusammen mit SAVE, an die gewerblichen Betreiber der Strommasten sowie die zuständigen Behörden wenden.

 

Naturschutz verbindet – Deutschland, Botswana, China

Mittwoch, den 17. Juni 2015 um 09:59 Uhr
Ausgewilderte Gnus
In die Freiheit entlassene Gnus © SAVE

Deutsche Naturschutzorganisation initiiert größtes Auswilderungsprojekt in der Kalahari (Botswana)

SAVE Wildlife Conservation Fund Deutschland und das Wildlife Department Botswana haben im Mai dieses Jahres 400 Streifengnus und 100 Eland Antilopen in die Freiheit des Central Kalahari Game Reserve (CKGR) Nationalparks in Botswana ausgewildert. Dies ist die bisher größte Anzahl an Wildtieren, die auf einmal in die Freiheit des Tierreservats entlassen wurde. Das CKGR ist das zweitgrößte Wildreservat der Welt und mit seinen 52.800 km2 größer als die Schweiz.
Nach der verspäteten Regenperiode sind zu diesem Zeitpunkt alle Wasserlöcher des Reservats gut gefüllt und bieten den Tieren eine gute Überlebenschance.

SAVE initiierte das gemeinschaftliche Großprojekt und kaufte die Tiere der nahe der Central Kalahari gelegenen Grassland Safari Lodge ab, um sie im CKGR freizulassen.

 Auswilderungsprojekt
Gruppenbild mit Mr. Zheng (Chinesischer
Botschafter), Mr. Taolo (Wildlife Ministerium)
und Mr. De Graaff (Grassland Safari Logde)
© SAVE
Der Aktion ging eine längere Planungsphase voraus und SAVE konnte es Anfang dieses Jahres mit dem Wildlife Ministerium Botswanas besiegeln.
Auch die chinesische Botschaft in Botswana beteiligte sich an dem Vorhaben - und somit erstmals an einem Wildtierschutzprojekt in Botswana - durch anteilige finanzielle Unterstützung bei den Einfang- und Transportkosten, ebenso wie die Umweltstiftung Tlhokomela Trust. Der Reiseanbieter Abendsonne Afrika - Deutschlands Safarispezialisten Nr. 1 für Safaris im südlichen und östlichen Afrika - trug ebenfalls zum Erfolg des Projektes durch eine Spende im Umfang von zwei großen Gnu-Herden bei.

Ziel der Aktion war es, möglichst viele Paarhufer zurück in ihr natürliches Habitat zu führen. Durch großflächige Viehzucht, fortschreitende Landnutzung und das Errichten von Zäunen wurde die Migration der Wildtiere in den letzten Jahrzehnten stark beeinträchtigt, wenn nicht gar ganz verhindert. Das hat dazu geführt, dass die Antilopenpopulationen im CKGR stark dezimiert wurden. Insbesondere die Anzahl der Gnus im Reservat ist so drastisch zurückgegangen, dass sie sich schwer erholen kann. Dies zeigte eine vorausgegangene - von SAVE mitinitiiert und unterstützt - wissenschaftliche Studie. Deshalb war es ein wichtiges Anliegen von SAVE, eine große Anzahl dieser Tierart wieder in den angestammten Gebieten anzusiedeln, um den Artbestand zu sichern.

 Auswilderungsprojekt
Gnu-Herde in der Boma © SAVE

Dafür mussten die Tiere zunächst von der Wildtierfarm eingefangen werden. Jedoch sind die Wildtiere auf den großen Farmen oft nur schwer zu finden. Sie schonend einzufangen und auszuwildern bedurfte deshalb des Einsatzes von Profis und Tiermedizinern des Wildlife Departments Botswanas und der Luftunterstützung eines Helikopters.
Nachdem die Tiere in Herden über einen Zeitraum von mehreren Tagen eingefangen werden und sie sich zunächst in Bomas vom Fang erholen konnten, wurden sie in drei verschiedenen Gebieten des Wildreservats mit dazugehörigen Wasserlöchern frei gelassen, nämlich Motopi, Piper Pan und Xade. Diese Gebiete sind teilweise über 70 km voneinander entfernt. Dadurch werden Ballung und Überweidung in einzelnen Zonen verhindert. Die Verteilung über das CKGR sichert somit die Nachhaltigkeit des Weidelands und das Gleichgewicht des Ökosystems.

 Auswilderungsprojekt
Eland-Herde in der Boma © SAVE

Nach dieser erfolgreichen ersten Auswilderungsaktion beabsichtigt SAVE weitere Projekte dieser Art, um den Fortbestand der Wildtierpopulationen und das ökologische Gleichgewicht des CKGR aufrecht zu erhalten. Zudem ist ein Monitoring der bereits ausgewilderten Tiere geplant. Dieses Monitoring soll die Ergebnisse und Auswirkungen der Wiederansiedlung festhalten und die Daten für künftige Auswilderungen nutzbar machen.

 

Interview mit Natur- und Wolfsschützer Karsten Arnold

Mittwoch, den 17. Juni 2015 um 08:44 Uhr
Karsten Arnold
© Karsten Arnold

Karsten Arnold unser ehrenamtlicher Projektleiter „Der Wolf im Unteren Odertal“

Erfahren Sie im Folgenden mehr über unseren SAVE-Berater und ehrenamtlichen Mitarbeiter Karsten Arnold. Im Interview mit SAVE verrät er, wie er zum Wolfsschutz gekommen ist, was die Tiere so besonders macht und wie er die aktuelle Debatte um den Wolf beurteilt.

SAVE: Herr Arnold, wie sind Sie dazu gekommen, Wolfsschützer zu werden? Wann und wie fing alles an?

Karsten Arnold: Ich komme eigentlich aus der Tiermedizin, speziell Equiden und Caniden – also Pferde und hundeartige Tiere. Habe mich dann aber der Verhaltensforschung und Tierpsychologie zugewandt. Seit einer schweren chronischen Erkrankung bin ich nur noch ehrenamtlich und gemeinnützig tätig, wenn es die Gesundheit gestattet. Eigentlich war es ein Projekt zur Erfassung der Tierpopulation im Bereich des Internationalparks Unteres Odertal, das uns auf ein neu entstehendes Wolfsrudel stoßen ließ.

SAVE: Warum engagieren Sie sich für den Naturschutz und insbesondere für den Wolfsschutz?

Karsten Arnold: Die Arbeit in der freien Natur mit Tieren ist das Größte, das es gibt. Balsam für die Seele – auch wenn man körperlich indisponiert ist. Wir hatten zwei Jahre zuvor schon den Wildbestand im Unteren Odertal erfasst. Also bot es sich an, die Studie zum Wolfsrevier in Interaktion mit dem Wildbestand zu setzen. Wir möchten endlich mit dem Ammenmärchen aufräumen, dass der Wolf das Wild wegfressen und der Wildbestand vor Angst in die Stadt flüchten würde. Unsere Studie läuft erst seit Anfang des Jahres und doch können wir schon ganz klar sagen, dass der Wildbestand sein Verhalten im Wolfsrevier kaum ändert. Allein die Jagdsaison hat Einfluss auf die Verhaltensweisen der Waldbewohner.

SAVE: Warum gerade die Spezies Wolf?

Karsten Arnold: Ich finde, dass der Wolf eines der intelligentesten und vor allem sozialsten Wesen der Natur ist. So lernfähig und selbstbewusst und doch in seiner Familie liebevoll und fair. Es ist ein Privileg, diese Tiere in freier Wildbahn studieren zu dürfen. Denn die Verhaltensweisen unterscheiden sich explizit von Gehegewölfen. Auch ist eine andere Verhaltensweise im Gegensatz zu Tieren in abgelegenen Gegenden wie Alaska oder Sibirien zu beobachten. Erstaunlich gut passt sich der Wolf den Gegebenheiten der kultivierten Landschaft Mitteleuropas an.

SAVE: Was ist Ihre Meinung zur aktuellen Debatte um den Wolf?

Karsten Arnold: Die gegenwärtige Berichterstattung zum Thema Wolf beobachte ich mit Sorge. Ich empfinde Wölfe nicht wirklich für auffällig, die jung die große Welt erkunden und dabei auf Orte stoßen, wo Menschen leben. Schließlich baut der Mensch ja alles zu. Vielmehr sehe ich das Geschehen um die öffentliche Meinung als kritisch an. Es grenzt an eine Hetzjagd auf ein Tier, das seit Grimms Märchen zu Unrecht verteufelt wird. In der Presse wird gemeldet, dass der Wolf bald Hunde, Menschen und Haustiere frisst und schon wird ein Szenario Wirklichkeit, das in den letzten 15 Jahren nicht geschah. Ein erwachsener Mann, ein Jäger, wird mitten in der Nacht im Wald, wo Wölfe leben, von einem solchen zu Tode erschreckt? Eine Radfahrerin fährt mit ihrem Hund an der Leine und es kommt der böse Wolf und knabbert dem Hund am Ohr? Der Meldung dass die Akzeptanz zum Wolf bedrohlich sinken würde, wenn ein Pferd - der Deutschen liebstes Sportgerät - angegriffen würde, folgt umgehend der Angriff auf ein solches Exemplar? Ich habe in all diesen Vorkommnissen persönlich ermittelt und kann ganz klar sagen, dass Gerüchte und Missverständnisse dazu genutzt werden, das Raubtier wieder bejagen zu dürfen.

SAVE: Was sagen Sie zu der Diskussion, den Wolf wieder ins Jagdgesetz aufzunehmen?

Karsten Arnold: Der Wolf ist im Jagdgesetz nicht gut aufgehoben. Die Jägerschaft hätte dann weit mehr Arbeit und Ausgaben als ihr lieb wäre. Sie wäre dann für jegliche Aufgaben um das Thema verpflichtet und dafür fehlen ihr sowohl die Mittel als auch die Ausbildung. Von der Akzeptanz einmal ganz zu schweigen. Ich persönlich kenne nur einen Jäger, der den Wolf als lebenswerte Tierart ansieht. Ein Wolf tötet nur zum Überleben und stärkt dabei sogar noch den Wildbestand, in dem er zuerst kranke und alte Tiere reißt. Aber auch Jungtiere wie z.B. Frischlinge gehören zum Speiseplan, und das wiederum reguliert den Bestand der Schwarzkittel, der uns Menschen oft Nerven kostet. Leider kämpft der Wolf nun zum zweiten Mal ums Überleben, weil dem Menschen nicht passt, dass jemand außer ihm das Schicksal des Waldes leitet. Wilde Tiere können sich nicht verteidigen, erklären oder um Gnade bitten. Darum muss es Menschen wie uns geben, die Partei für wehrlose Geschöpfe ergreifen und dem Menschen Verhaltensweisen und Zusammenhänge erklären. Es gibt ungefähr 360.000 Jagdgenossen in Deutschland aber nur ca. 360 Wölfe. Zahlen, wieviel ein Wolf für sein Auskommen erlegt, belegen, dass es durchaus eine Koexistenz von Jägern menschlicher Natur und Beutegreifern wie dem Wolf geben kann.

SAVE: Müssen Menschen Ihrer Meinung nach den Wolf fürchten?

Karsten Arnold: Auch wenn in letzter Zeit des Öfteren vom verhaltensauffälligen Rudel in Niedersachsen die Rede war, halte ich den Wolf für normale Waldbesucher absolut nicht für gefährlich. Wir erleben fast täglich wie scheu und bedächtig diese Tiere gegenüber dem Menschen sind. Wenn Jungwölfe die Welt erkunden oder auf Wanderschaft gehen, können natürlich solche seltsam anmutenden Begegnungen entstehen. Doch würde niemand, der verantwortungsvoll Kinder großzieht, diese allein in den Wald schicken. Schließlich ist die Gefahr durch Wildsauen und vor allem durch Zecken allgegenwärtig.

SAVE: Wie stehen Sie zu der Kritik, Naturschützer würden den Wolf verharmlosen, um sich auf diese Weise leichter finanzielle Mittel zu verschaffen?

Karsten Arnold: Es ist ein Mythos, dass Naturschützer den Wolf als Kuscheltier vermarkten, um Spendengelder zu kassieren. Ich habe jahrelang Zeit und meine kaum vorhandenen eigenen Mittel investiert, um die Natur kennenzulernen. Ich kann Ihnen sagen, dass kaum jemand spendet in einer Zeit, in der selbst Erdbebenopfer allein gelassen werden. Für unsere Studie haben wir Unterstützung im Rahmen eines kleinen Betriebskostenzuschusses bekommen. Dafür sind wir auch unendlich dankbar. Trotzdem wird es immer eine Herzensangelegenheit und keine Wirtschaftliche sein, wenn es darum geht, diese Tierart weiter zu entdecken. Es ist ein unbezahlbarer Aufwand, so oft wie möglich Wildkameras aufzustellen, zu unterhalten und auszuwerten.

SAVE: Worin genau besteht Ihre Arbeit?

Karsten Arnold: Wir stellen Wildkameras auf und werten die Ergebnisse aus. Mit viel Zeitaufwand und akribischer Genauigkeit werden Daten erfasst und verglichen. Nicht zu vergessen ist der tägliche Aufenthalt im Revier, um Spuren und Losung zu sichten oder eben persönlich dem Isegrim zu begegnen.

SAVE: Was beinhaltet der unter Ihrer Mitwirkung entstandene, länderübergreifende Managementplan „Wolf“ konkret?

Karsten Arnold: Zum Umgang mit wiederholt auffällig werdenden Tieren haben wir unseren Entwurf eines deutschlandweiten Managementplans an die zuständigen Ministerien gesandt. Denn selbstverständlich geht das Wohl des Menschen vor den Artenschutz. Auch in der Nutztierhaltung muss ein Weg gefunden werden, sich besser gegen Übergriffe zu schützen. Mit Hüteschutzhunden und guter Weidezäunung ist man schon bestens beraten. Private Tierhalter sollten selbstverständlich auch daran denken, dass sie ihre Tiere nicht ungesichert in Wolfsgebieten halten dürfen. Hundehalter sollten ja von Hause aus ihre Tiere im Wald anleinen – allein wegen der Gefahr, dass Wild gejagt oder verschreckt wird. Wir begrüßen, dass eine Kommission der Bundesregierung gebildet werden soll, sind aber etwas skeptisch, wie diese sich zusammensetzen wird.

SAVE: Würden Sie uns abschließend bitte noch von einer Ihrer Begegnungen mit dem Wolf berichten?

Karsten Arnold: Das ist etwas, das man nie vergisst: Am 11. Mai dieses Jahres habe ich zum ersten Mal das ganze Rudel im Wald getroffen. Etwa 30 Meter von mir entfernt hüpften die Welpen vom Vorjahr mit den Elterntieren durch das Unterholz. Die Lebensfreude und die Eleganz, die sie ausstrahlten, sind einfach unbeschreiblich. Ich wünschte, die Menschen wachten endlich auf und würden den Wolf so akzeptieren wie andere Tiere auch und ihn einfach ein Wolf sein lassen.

SAVE: Haben Sie einen Tipp an unsere Mitbürger, wie jeder Einzelne etwas für den Wolfsschutz tun kann?

Karsten Arnold: Die Europäische Kommission ist gerade dabei, die europäischen Natur- und Artenschutzgesetze zu ändern. Hierzu zählt auch der Schutzstatus des Wolfes. Geben Sie dem Wolf Ihre Stimme und beteiligen Sie sich an der Umfrage der Kommission: https://www.naturealert.eu/de

 

Neues aus Shakawe - Mit Schwung ins Jahr 2015

Freitag, den 20. Februar 2015 um 12:23 Uhr
Pabalelo Gruppenfoto
© SAVE/Pabalelo Trust

Ende November beginnen im südlichen Afrika die Sommerferien. Doch nicht nur Schüler haben dann 6 Wochen frei, auch Geschäfte, Banken und beinahe das ganze Alltagsleben kommt gegen Ende des Jahres fast zum erliegen. Aber nicht alles, denn die Arbeit von SAVE ruht nicht. Wir haben genau diese Zeit der Ferien und des Jahreswechsels genutzt, um einige wichtige Aktivitäten durchzuführen.

 Library Playgroup
© SAVE/Pabalelo Trust
So haben sich die SAVE-Lehrkräfte aus Shakawe, Samochima, Gweta und Moremaoto in der Ferienzeit zum Erfahrungsaustausch, einem Workshop zum Vorschulunterricht und zur gemeinsamen Planung des neuen Schuljahres getroffen. Zwei Lehrerinnen aus der Shakawe Spielgruppe haben zudem ihre von der Bokamoso Trust durchgeführte Fortbildung zur akkreditierten Vorschul-Lehrkraft im Dezember absolviert. Im Laufe des Jahres sollen weitere SAVE-Lehrkräfte das gleiche Training durchlaufen. Dadurch sollen die Lehrkräfte besser gewappnet sein, um den Richtlinien des „Project Concern International“ und dem nationalen Gesamtkonzept in Botswana zu entsprechen.

Unsere Pilot-Curriculum für die Arbeit mit Vorschulkindern wird nun seit einem Jahr erprobt. In dieser Zeit wurden unterschiedliche Unterrichtseinheiten entwickelt und angepasst, so dass nun alle wichtigen Aspekte des Natur-, Umwelt- und Tierschutzes in den Unterricht einfließen. Auch die Lehrkräfte haben einiges dazugelernt.

 Samochima Kids Classroom
© SAVE/Pabalelo Trust
Zum Beispiel eine neue Einstellung zu Tieren entwickelt. Rinder und andere Nutztiere wie Ziegen oder Esel werden von der Bevölkerung traditionell wertgeschätzt. Doch leider greift die Tierliebe selten auf andere Lebewesen über. Tiere werden entweder als etwas Lästiges erlebt oder schlimmstenfalls als gefährliche Bedrohung angesehen. Diese negative Einstellung Tieren gegenüber wird von Generation zu Generation vererbt. Mit einem Haustier-Tag versuchten wir, Kindern die Angst vor Tieren wie Katzen und Hunde oder kleinen Insekten wie Käfern zu nehmen. So lernen die Kinder, dass Tiere auch ein Recht auf Leben haben, dass sie zur Natur und zur Umwelt gehören, und dass es wichtig ist, ihre Lebensräume zu schützen.

Der Naturschutz-Unterricht für Vorschulkinder ist nach wie vor so beliebt, so dass mittlerweile die Räumlichkeiten aus allen Nähten platzen. In Shakawe gibt es maximal Platz für 50 Kinder, daher mussten leider zahlreiche Anfragen von weiteren interessierten Eltern abgelehnt werden. Allerdings hofft SAVE, dass im Laufe des Jahres eine neue Spiel- und Lernstätte eröffnet werden kann.

 Samochima Youth outside
© SAVE/Pabalelo Trust
Hierfür hat die NGO Share for Smiles bereits Gelder zugesagt, die aus dem Erlös des Kalender-Verkaufs stammen. Auch Wilderness Safaris haben Geld für die Errichtung einer neuen Hütte gespendet. Derzeit wird mit dem Botshelo Trust noch verhandelt, wo die neue Vorschule errichtet werden könnte.

Zum Beginn des neuen Schuljahres 2015 wurde zu allen Grund- und weiterführenden Schulen erneut Verbindung aufgenommen und das Naturschutz-Programm angeboten. Drei Grundschulen und eine Sekundarschule machen beim monatlichen Umwelt Club mit und weitere Schulen haben Interesse an einer Zusammenarbeit mit SAVE und Pabalelo Trust bekundet. Für April ist bereits ein Ausflug mit den Kindern und Jugendlichen in die Tsodilo Hills geplant. Weitere Ausflüge in Zusammenarbeit mit Wilderness Safaris sind zudem angedacht, um den Kindern die Fauna und Flora ihrer Umgebung näher zu bringen.

Weitere Vorhaben für 2015 sind allen SAVE-Lehrkräften eine Fortbildung zu ermöglichen, die Aufgaben der SAVE-Lehrkräfte und der Shakawe Bibliotheksmitarbeiter genauer zu definieren und die nationale Registrierung informeller Spielgruppen voranzutreiben. Es gibt also noch viel zu tun in 2015.

 

SAVE Newsletter Dezember

Freitag, den 19. Dezember 2014 um 08:28 Uhr
Newsletterkopf
© SAVE

LIEBE FREUNDE UND FÖRDERER DES SAVE WILDLIFE CONSERVATION FUND,

ein erfolgreiches Jahr 2014 geht zu Ende und es gibt wieder viel Neues zu unseren Projekten zu berichten.

Lesen in diesem Newsletter: neue Neuigkeiten von unseren Kinderprojekten; von unserem neu gestarteten Kooperationsprojekt mit dem Artenschutzbüro Unteres Odertal zum Schutz des Wolfs auch in Deutschland; wie Sie selbst durch Ihren täglichen Konsum den Regenwald erhalten und wie Sie sinnvoll Schenken könnten.

Das gesamte Team des Save Wildlife Conservation Fund wünscht Ihnen eine schöne Weihnachtszeit!

Hier gelangen sie zu unserem Newsletter:
NL Dezember

 

Mythos Wolf

Donnerstag, den 18. Dezember 2014 um 08:48 Uhr
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© Karsten Arnold

Kooperationsprojekt zur Forschung und Aufklärung im Unteren Odertal gestartet

Das Märchen vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf kennt jedes Kind. Dass Wölfe böse Wesen sind, ist jedoch ein reines Märchen, aber leider eins, das sich hartnäckig hält. Denn Wölfe sind nicht die blutrünstigen Tiere, als die sie immer wieder gerne dargestellt werden. Der Wolf ist ein sehr scheues Wesen, das Menschen für gewöhnlich meidet. Weder lauert es kleinen Mädchen auf, noch frisst es Großmütter. Und wenn es andere Tiere jagt, dann nur aus Hunger, niemals aus reiner Blutrünstigkeit. Weil dieser Ruf ihm jedoch anhaftet, ist der Wolf in unseren Breiten gefährdet. Immer wieder wurden die Tiere brutal verfolgt und ausgerottet, bis sie Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland so gut wie verschwunden waren. Erst Anfang der 90er Jahre wurden umfangreiche Projekte zum Schutz der Wölfe in Europa gestartet.

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© Karsten Arnold

Seit dem Jahr 2000 gibt es wieder Wölfe in Deutschland. Heute leben geschätzt ca. 234 Tiere unter uns (Stand Oktober 2014). Diese zu schützen und zu erforschen ist das Ziel des Projekts „Der Wolf im Unteren Odertal“, das SAVE Wildlife Conservation Fund zusammen mit dem Ausführungspartner, dem Artenschutzbüro Unteres Odertal betreibt. Um den Menschen die unbegründete Angst vor Wölfen zu nehmen, klären die Projektpartner auf. Wölfe sind Fleischfresser - aber das sind Hunde auch. Und ein Wolf, der ein Schaf reißt, ist nicht böse, sondern folgt lediglich einem natürlichen Trieb - dem des Hungers. Macht man es den Wölfen schwer, an Weiden, Käfige oder Ställe zu gelangen, suchen sich die Tiere ihre Nahrung im Wald. Wenn ein Wolf ein Tier in der Zivilisation reißt, dann nur, weil es ihm quasi auf dem Tablett präsentiert wird. „Woher soll ein Wolf wissen, dass er Schaf oder Huhn nicht berühren soll? Ein hungriger Mensch, der an einem unbewachten, voll gedeckten Tisch vorbeikommt, würde sich genau so verhalten wie der Wolf“ erklärt Dajana Witt, Vorstand des Artenschutzbüro Unteres Odertal. Die Naturschützerin ist überzeugt, dass Wölfe lernfähig sind. Sie sieht es daher als Aufgabe der Menschen, Wölfe abzuschrecken, damit sie in den Wäldern bleiben. Dafür gibt es viele einfache Methoden. Die Tiere zu töten, gehört definitiv nicht dazu. Wölfe haben beispielsweise Angst vor flatternden bunten Lappen. Diese kann man an Weidenzäune anbringen, um Wölfe davon abzuhalten, unter die Zäune zu kriechen. Doch in den Wäldern können die Tiere auch nur überleben, wenn der Mensch aufhört, den kleinen Rest an natürlichem Lebensraum zu zerstören.

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© Karsten Arnold

Das gemeinsame Projekt untersucht das Verhalten des Wolfs in der kultivierten Landschaft des Unteren Odertals und dokumentiert dieses. Auch die Rudelgrößen werden erfasst und ihre Bewegungen beobachtet. Gleichzeitig wird der Wildtierbestand in den Wolfrevieren erforscht und dokumentiert. Ziel ist es, das Überleben des Wolfs zu sichern und sein Image in der Bevölkerung zu verbessern. Bei vielen Menschen herrschen noch immer irrationale Ängste in Bezug auf Wölfe, so dass ihr Bestand, trotz Schutzprojekten immer wieder bedroht ist. „Mit der richtigen Aufklärung, mit Fakten statt Mythen und mit Maßnahmen, die den Wolf von Höfen, Ställen und Siedlungen fernhalten, soll das Märchen vom bösen Wolf weichen und endlich zur Akzeptanz dieses schützenswerten Tieres beigetragen werden. Erst dann kann eine langfristige Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland klappen,“ so Karsten Arnold, Projektleiter vom ´Der Wolf im Unteren Odertal´.

„Wir können es uns leisten auch großen Raubtieren wieder eine Heimat zu geben. Hierzu müssen jedoch der Bevölkerung ihre Ängste durch gezielte Aufklärung genommen werden und Artenschützer, als auch Verhaltensforscher eng mit den behördlichen Instanzen zusammenarbeiten,“ meint Dr. Maike Förster, wissenschaftliche Beraterin des SAVE Wildlife Conservation Fund.

 
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