Unterschriftenübergabe bei Blackstone
Donnerstag, den 09. Juni 2011 um 19:52 Uhr
18.000 Unterschriften werden übergeben

Von Neuseeland bis Südafrika, von Indien bis Kanada: 18.000 Menschen rund um den Globus haben an einer Unterschriftenaktion gegen die Abholzung eines der ältesten und artenreichsten Regenwälder der Erde teilgenommen. Sie protestierten gegen die geplante 70.000 Hektar große Palmölplantage im Südwesten Kameruns. Das würde das Ende für unzählige Tier- und Pflanzenarten bedeuten.

Diese Unterschriftenliste wurde gestern von Lars Gorschlüter, dem Vorstand des SAVE Wildlife Conservation Fund und David Vollrath von Rettet den Regenwald e.V. an die Investmentgesellschaft Investor Deutschland in der Düsseldorfer Zentrale übergeben.

Der Geschäftsführer Dr. Axel Herberg nahm sich im Anschluss an die Übergabe noch Zeit für einen Austausch der unterschiedlichen Positionen. SAVE und Rettet den Regenwald halten, gemeinsam mit Umweltschutzorganisationen und Menschen aus aller Welt, den Bau der Palmöl-Plantage in Kamerun für ökologisch katastrophal. Ein „Hotspot“ der Biodiversität würde für immer zerstört werden. 45.000 Menschen in den Dörfern in der Nähe des Korup Nationalparks würden ihre Lebensgrundlage verlieren. Axel Herberg stimmte der Kritik der Umweltschützer an dem gigantischen Vorhaben zu. Umweltaspekte können bei solchen Investitionen nicht außen vorgelassen werden. Er versprach, das Gespräch darüber mit der Konzernzentrale in New York zu suchen und die 18.000 Unterschriften weiterzuleiten. Ebenfalls müsse noch mal gründlich geprüft werden, ob das Ganze tatsächlich als Entwicklungshilfeprojekt taugt – als solches wird es nämlich beworben.

Ein Meilenstein also beim Kampf gegen die Regenwaldabholzung in Kamerun? Nicht ganz. Denn trotz des Verständnisses von Blackstone Deutschland für die Kritik von SAVE Wildlife Conservation Fund und Rettet den Regenwald muss der Protest fortgesetzt werden. Denn die endgültigen Entscheidungen werden in den USA getroffen.

Herakles Farms (CEO Bruce Wrobel) hat die Palmsetzlinge bereits angeliefert und will die Plantage errichten. Blackstone ist zu 99% an der Firma Sithe Global beteiligt. Sithe Global (CEO Bruce Wrobel) unterstützt die NRO All for Africa, die Palmöl in Kamerun als soziales Projekt vermarktet. Blackstone hat ein Angebot bekommen dieses Projekt zu finanzieren. Komplizierte Unternehmensverflechtungen, doch fest steht: Blackstone als Hauptanteilseigner von Sithe Global steht grundsätzlich in der Verantwortung.

Nach Meinung der Umweltorganisationen muss in jedem Fall schnell gehandelt werden. Denn die Dorfbewohner am Korup Nationalpark protestieren bereits gegen die anrückenden Bulldozer. Das Unternehmen möchte jedoch bald mit der Arbeit beginnen und versucht, die Proteste in Schach zu halten: mit netten Geschenken wie lebenden Schweinen und ein paar Kisten Bier.