Untergang eines Urwald-Hotspots für Palmöl
Montag, den 16. Mai 2011 um 08:40 Uhr
Nahe Korup Nationalpark

Erst Indonesien, jetzt Kamerun!

Die Regenwälder am Golf von Guinea in Kamerun und Nigeria sind ein sogenannter Hotspot der Biodiversität. Seltene Drills und Schimpansen leben in der Region, Waldelefanten, Gorillas und Leoparden. Damit könnte bald Schluss sein. Inmitten des Waldblocks soll eine Palmöl-Plantage entstehen. Dafür sollen ca. 70.000 Hektar Naturwald und kleinbäuerliche Landschaft weichen. Eine Katastrophe für die Urwälder Kameruns; schlimmer noch als die geplante Schnellstraße durch die Serengeti. Auch hier würde ein zusammenhängendes einzigartiges Ökosystem in zwei Teile zerschnitten. Isolierte Schutzgebiete wären der Untergang für viele einzigartige Tier- und Pflanzenarten.


Zerstörung von Lebensraum – vermarktet als Entwicklungshilfe?

Die ca. 45.000 Menschen in den 38 kleinen Dörfern am Rand der Schutzgebiete leben seit Generationen von und mit dem Regenwald. Durch die Rodung würde dauerhaft ihre gesamte Existenzgrundlage zerstört. Die gemeinnützige Organisation „All for Africa“ vermarktet die geplante Palmölplantage als nachhaltiges Entwicklungsprojekt, das angeblich mehrere Zehntausend Arbeitsplätze für die Bevölkerung schaffen würde. Erfahrungen aus Asien zeigen aber: Das ist meist eine Mogelpackung. Nachdem die großen Konzerne die Tropenhölzer abtransportiert haben, bleibt der Landbevölkerung nichts als gerodete Flächen. Auf den Plantagen arbeiten sie dann bestenfalls zu ausbeuterischen Niedriglöhnen.

Männer im Dorf Masaka Mokango

Herakles Farms (CEO Bruce Wrobel) hat die Palmsetzlinge bereits angeliefert und will die Plantage errichten. Blackstone ist zu 99% an der Firma Sithe Global beteiligt. Sithe Global (CEO Bruce Wrobel) unterstützt die NRO All for Africa, die Palmöl in Kamerun als soziales Projekt vermarktet. Blackstone hat ein Angebot bekommen dieses Projekt zu finanzieren.

Aktueller Stand: Die Bulldozer rücken an

Die Erlaubnis für die Plantage wurde von der Regierung ohne die Zustimmung der lokalen Dörfer und Landeigentümer gegeben. Als Bulldozer ins Dorf Fabe einrückten, zeigte sich die Bevölkerung höchst verärgert und wütend. Eine große Zahl junger Menschen protestierte und sie schafften es letztlich, die Bulldozer zu vertreiben. Vorerst.

SAVE möchte diese Natur schützen.


SAVE kämpft für Mensch und Natur gegen die Rodung:

SAVE Wildlife Conservation Fund hat Investor Blackstone in einem Schreiben um eine offizielle Stellungnahme gebeten – ohne Reaktion. Mit einer weltweiten Unterschriftenaktion soll Druck auf das Unternehmen sowie alle Beteiligten ausgeübt werden, damit eine Rodung der Flächen vermieden werden kann, wodurch letztlich Fakten geschaffen werden. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung nur ansatzweise erfolgt ist. SAVE fordert alle Verantwortlichen auf, dieses unvergleichliche Ökosystem nicht zu zerstückeln und die Menschen nicht ihrer Lebensgrundlage zu berauben.