Interview mit Alina Pfleghardt

Mittwoch, den 17. August 2016 um 11:34 Uhr

Ein persönlicher Einblick in die Arbeit bei SAVE:
Mitarbeiterin Alina Pfleghardt im Interview

Erfahren Sie im Folgenden mehr über unsere Mitarbeiterin Alina Pfleghardt. Im Interview erklärt sie, weshalb sie sich für den Naturschutz allgemein und warum gerade bei SAVE engagiert. Außerdem berichtet sie von ihrer Teilnahme an einer Tagung zur deutschen Entwicklungspolitik in Bonn.

SAVE: Was kannst du uns zu deinem privaten und beruflichen Werdegang erzählen?

Pam
Alina Pfleghardt© SAVE

Alina Pfleghardt: Ich bin in Bayern geboren und aufgewachsen und habe nach dem Abitur zunächst ein Duales Studium bei der Firma Siemens in Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg absolviert. Nach meinem Abschluss arbeitete ich noch ein Jahr bei dem Unternehmen, ehe ich feststellte, dass für mich ein Job in der freien Wirtschaft aufgrund meiner moralischen Vorstellungen und der Ansprüche an mich selbst nicht in Frage kommt. Nun studiere ich das interdisziplinäre Master-Programm „Ethics – Economics, Law and Politics“ an der Ruhr-Universität Bochum, das praktische Philosophie und Sozialethik mit Wirtschafts-, Rechts- und Politikwissenschaft kombiniert. Zudem engagiere ich mich für den Naturschutz durch meine Arbeit bei SAVE.

SAVE: Warum engagierst du dich für den Naturschutz?

Alina Pfleghardt: Schon als Kind habe ich die Natur geliebt. Das ist bis heute so. Ich bin besonders gern in den Bergen, ob beim Klettern oder Wandern, dort erkennt man, wie großartig unsere Erde ist, wenn der Mensch sie nur ausreichend achtet. Daraus ergibt sich aus meiner Sicht eine wichtige Verantwortung, der wir alle nachkommen sollten. Seit Jahren ernähre ich mich vegetarisch und bemühe mich um einen verantwortungsvollen Lebensstil, der unsere Umwelt und alle Lebewesen gleichermaßen schützt. Dabei sind selbst die kleinsten Dinge wichtig, wenn es darum geht, Lebensräume zu erhalten, Ressourcen zu schonen oder nachhaltig zu konsumieren.

SAVE: Und weshalb genau bei SAVE?

Alina Pfleghardt: Ich engagiere mich bei SAVE, weil ich davon überzeugt bin, dass die Naturschutzstrategie der Stiftung aufgrund ihrer ganzheitlichen Säulenstruktur sehr erfolgreich konzipiert ist. Durch die vier Säulen „Bildung“, „Armutsbekämpfung“, „Forschung“ und „Sofortmaßnahmen“ kann kurz-, mittel- und langfristig wirkungsvoller Natur- und Artenschutz erzielt werden. Für mich ist es wichtig, mich bei der Arbeit wohlzufühlen und mich mit den Zielen und Visionen zu identifizieren.

SAVE: Welche Erfahrung war in den letzten Monaten die spannendste für dich?

Alina Pfleghardt: Besonders interessant war die Tagung zur deutschen Entwicklungspolitik Ende Mai im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn. Mit dabei waren u.a. Vertreter der Vereinten Nationen (UNO), des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Zu den Programmschwerpunkten gehörten eine Diskussion über die Rolle der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit, die kritische Beurteilung der Sustainable Development Goals der UNO sowie der Vergleich verschiedener Ansätze zur Armutsbekämpfung. Vor allem Letzteres war wegen seiner speziellen Relevanz für unsere Arbeit bei SAVE äußerst spannend. Generell ist es bei uns durch die vielseitige Projektarbeit nie langweilig.

 

Interview mit Pamela Zweerts als neue SAVE-Koordinatorin in Botswana

Donnerstag, den 07. Juli 2016 um 16:32 Uhr

Erfahren Sie im Folgenden mehr über unsere neue Mitarbeiterin Pamela Zweerts. Im Interview mit SAVE erklärt sie, was das Leben und Arbeiten in Botswana so besonders macht.

Pam
Pamela Zweerts © SAVE

SAVE: Wo hast du bisher gelebt und was ist dein professioneller Hintergrund?

Pamela Zweerts: Ich bin in Ländern über vier Kontinente verteilt aufgewachsen. Allerdings hatte ich schon immer eine Leidenschaft für Afrika. Daher rührte auch meine Entscheidung, meinen Beraterjob in den Niederlanden aufzugeben und meine Karriere nach Botswana zu verlagern. Ich war schon in den verschiedensten Bereichen tätig, als Operations Manager eines Kulturtourismusunternehmens, als Leiterin einer Lodge in Sambia und nun eben als Koordinatorin bei SAVE.

SAVE: Was sind deine Aufgaben bei SAVE?

Pamela Zweerts: Zum einen bin ich für die Koordination und Leitung der Projekte in Botswana verantwortlich. Der zweite Teil meiner Arbeit besteht aus Networking-Aktivitäten, um wichtige Partnerschaften zu etablieren.

SAVE: Was macht dir an der Arbeit am meisten Spaß?

Pamela Zweerts: Besonders interessant finde ich die Wildlife-Projekte und in deren Zusammenhang Ideen zu erarbeiten, wie man z.B. den Informationsaustausch zwischen Forschern, NGOs und Regierung verbessern kann.

SAVE: Welche Erfahrung war in den letzten Monaten die spannendste für dich?

Pamela Zweerts: Das war für mich der Carnivore Workshop, den wir im März organisierten. Die kooperative Atmosphäre, das Bündeln von Aktivitäten und der gemeinsame Lösungsansatz für spezielle Herausforderungen sind essentiell, um nachhaltigen und effektiven Artenschutz zu erreichen.

SAVE: Was siehst du als größte Herausforderung?

Pamela Zweerts: Eine schwierige Aufgabe ist es, das Community Development in Mababe erfolgreich zu gestalten. Wir möchten die Community stärken, haben dort aber noch einen weiten Weg zu gehen. Ein integratives Mittel der Armutsbekämpfung stellt das CBNRM (Community-Based Natural Resource Management) dar. Seitens der Regierung besteht hier allerdings Handlungsbedarf, es gibt z.B. keine Richtlinien dazu, was eine Umsetzung erschwert. Natürlich ist es nicht unmöglich und ich bin davon überzeugt, dass wir an Herausforderungen wie dieser wachsen.

SAVE: Was gefällt dir in Botswana am meisten?

Pamela Zweerts: Von den 8 Jahren, in denen ich im südlichen Afrika gelebt habe, habe ich die meiste Zeit in Botswana verbracht. Die Lebensqualität hier ist einfach unvergleichlich: In Maun zu leben bedeutet, innerhalb von einer einstündigen Autofahrt in der Wildnis zu sein, Hyänen und Löwen zu hören, am Wochenende mit dem Boot unterwegs sein zu können, und das fantastische Wetter tut natürlich sein Übriges...! Zweifellos möchte ich für immer hier bleiben, im Artenschutz arbeiten und immer wieder Zeit in der Wildnis verbringen.

 

Gesundheitsgefährdende Stoffe im Keksregal

Montag, den 13. Juni 2016 um 20:32 Uhr
 Palmöl

Naturschutzstiftung findet heraus: mindestens 60% der Produkte im Keks- und Gebäcksortiment deutscher Supermärkte enthalten gesundheitsschädigendes Palmöl

Katastrophale Umweltschäden, die der exzessive Palmölanbau in den Tropenländern verursacht, wurden erst kürzlich wieder bei den verheerenden Bränden in Indonesien im Herbst 2015 weltweit diskutiert. Doch dies sind nicht die einzigen Folgen des massiven Einsatzes von Palmöl: Auch die Gesundheit der Verbraucher ist unmittelbar in Gefahr. Glycidylester und 3-Monochlor-1,2-propandiol (kurz 3-MCPD) sind in Palmöl und Palmfett in deutlich höheren Konzentrationen als in allen anderen pflanzlichen Fetten und Ölen enthalten. Beide entstehen bei der Verarbeitung von Lebensmitteln, insbesondere Pflanzenölen. Die daraus resultierende Gesundheitsgefährdung bestätigte am 3. Mai eine Studie der European Food Safety Authority (EFSA).

Freies und esterifiziertes 3-MCPD hat bei Ratten bei häufiger Zuführung zu Nierenschäden und gutartigen Tumoren geführt. Noch bedenklicher ist allerdings die Toxizität von Glycidol, welches nach der Aufnahme und Aufspaltung von Glycidylester entsteht. Glycidol ist nachweislich genotoxisch und karzinogen, verändert also das menschliche Erbgut und ist krebserregend.

Anhand von Daten über den Lebensmittelverzehr hat die EFSA die Aufnahme der erwähnten Substanzen durch Lebensmittelkontaminationen für Menschen verschiedener Altersklassen abgeschätzt. Insbesondere die Altersgruppe der Säuglinge, Kleinkinder und Kinder überschreiten demnach häufig die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge, welche das Komitee als gesundheitlich bedenklich einstuft und zugleich fordert, weitere Studien zu den Lebensmittelkontaminationen und der Verstoffwechslung dieser Substanzen durchzuführen.

COOP, der größte italienische Einzelhandelsgroßkonzern, hat auf die Warnung der EFSA umgehend reagiert: Palmöl und Palmfett werden mit sofortiger Wirkung aus den Produkten der Firma verbannt. Der norwegische Lebensmitteldiscounter Rema1000 geht diesen Weg seit 5 Jahren. Mittlerweile ist das komplette Sortiment palmölfrei.

Doch wie sieht es bei heimischen Einzelhandelsketten aus? Sind unsere bekannten Unternehmen überhaupt willens und in der Lage, ihre palmölfreien Produkte des Sortiments zu nennen? Die Naturschutzstiftung SAVE Wildlife Conservation Fund (Wülfrath) führte dazu im Rahmen der Kampagne ZeroPalmöl einen umfangreichen Supermarkt-Test mit anschließendem Ranking durch. Da Glycidylester und 3-MCPD vor allem für Kinder und Jugendliche gesundheitsschädlich sein können, wählte SAVE als exemplarische Produktkategorie „Kekse und Gebäck“ – beliebt vor allem in dieser Zielgruppe- aus.

Mehr als die Hälfte der Gebäcksorten betroffen

Es wurden 14 große und bekannte Unternehmen angeschrieben, über das Ranking informiert und gebeten mitzuteilen, wie viele Produkte in dieser Kategorie angeboten werden und wie viele davon palmölfrei sind. Die Ergebnisse waren ernüchternd! Nur fünf Unternehmen (Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl, Norma, REWE) antworteten überhaupt. Diese fünf Firmen beschrieben ausführlich ihre Strategien und Maßnahmen bezüglich des Einsatzes von zertifiziertem Palmöl. Keines der Unternehmen setzte sich jedoch von sich aus mit den negativen gesundheitlichen Aspekten bezüglich des Verzehrs von Palmöl für den Konsumenten auseinander. Des Weiteren waren nur Lidl und Norma bereit, Produktlisten zu schicken. Lidl schickte eine Liste der palmölfreien Produkte der Eigenmarken; Norma konnte konkrete Anzahlen der Produkte der Eigenmarken und weiterer palmölfreier Artikel von anderen angebotenen Marken mitteilen.

SAVE suchte exemplarisch Filialen aller angeschriebenen Supermärkte in verschiedenen Städten auf, um ein vollständiges Bild zu erhalten: Die Produkte aus der Kategorie „Kekse und Gebäck“ wurden gezählt und nach ihren Inhaltsstoffen bezüglich Palmöl, Palmfett oder Palmkernöl untersucht.

Tabelle 1: Anzahl und prozentualer Anteil palmölfreier Produkte in der Beispielkategorie „Kekse und Gebäck“ pro Unternehmen

©Palmoel_2

Die Ergebnisse zeigen: Mehr als jedes zweite Produkt kann der Verbraucher nicht ohne Bedenken in seinen Einkaufswagen legen – auch nicht in den Biosupermärkten.

Hersteller und Einzelhandel im Zugzwang

So lange unsere heimischen Unternehmen dem Beispiel von COOP und Rema1000 nicht folgen, bleibt dem verantwortungsbewussten und interessierten Verbraucher oft nur die umständliche Möglichkeit, die Inhaltsangaben der Verpackungen genau zu studieren. Einige wenige Produzenten kommen jedoch auch hier noch nicht der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungspflicht nach. In diesen Fällen versteckt sich Palmöl weiterhin unter dem Sammelbegriff „pflanzliche Öle/Fette“. Finger weg von Produkten bei denen die Begriffe „Palmfrucht“ oder „Ölpalme“ in der Zutatenliste auftauchen– dahinter verbirgt sich ebenfalls Palmöl.

Palmölfreies Einkaufen leicht gemacht

SAVE möchte dem Verbraucher Abhilfe verschaffen und die Unsicherheiten bzw. das umständliche eigene Recherchieren in klein gedruckten Inhaltsangaben im Supermarkt ersparen. Durch intensive Recherche und Kontaktarbeit mit Herstellern wurde eine Datenbank mit derzeit rund 6.000 palmölfreien Produkten angelegt. Diese wird ständig erweitert und aktualisiert. Die Datenbank ist auf der Homepage http://www.zeropalmoel.de zu finden und kann außerdem als kostenlose App sowohl für Android- als auch iOS-Betriebssysteme heruntergeladen werden. Mit dieser digitalen Einkaufshilfe für zu Hause und unterwegs können sich Verbraucher die palmölfreien Produkte anzeigen lassen und wieder mit gutem Gewissen ins Keksregal greifen.

Ausländische Großkonzerne haben vorgemacht, dass man durchaus erfolgreich auf palmölfreie Alternativen umstellen kann, wenn man denn will und einem die Gesundheit der Kunden wichtig ist. Nun sind unsere heimischen Konzerne in der Pflicht!

Die ZeroPalmöl-App ist zu finden unter:

- iOS-Version: Bei der Suche im App Store "ZeroPalmöl" eingeben oder folgenden Link benutzen: https://itunes.apple.com/us/app/pop-produkte-ohne-palmol/id984641147?mt=8&ign-mpt=uo%3D4

- Android-Version: Suche nach "ZeroPalmöl" im Google Play Store oder über folgenden Link: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.zeropalmoil

 

Das Botswana Lion Corridor Projekt wird zum Trans-Kalahari Predator Programm

Donnerstag, den 19. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Das Botswana Lion Corridor Projekt der Wildlife Conservation Research Unit (Universität Oxford) wurde 2013 als Schwesternprojekt des Hwange Lion Research Projekts in Zimbabwe gegründet. Um die Aktivitäten in beiden Ländern besser aufeinander abzustimmen, wurden die beiden Projekte Anfang 2016 zum Trans-Kalahari Predator Programm zusammengefasst, welches zukünftig Forschungsaktivitäten in Botswana und Zimbabwe umfassen wird. Für Botswana sind ab 2016 mehrere neue Projekte geplant:

Unter anderem wird das seit über 3 Jahren sehr erfolgreiche Lion Guardian Programm aus Zimbabwe nach Botswana gebracht und in zwei Gebieten eingeführt, in welchen der Konflikt zwischen Menschen und Lӧwen extrem groß ist. Dorfbewohner werden zukünftig durch ein Frühwarnsystem vor der Anwesenheit von Raubtieren gewarnt, wodurch sie ihr Vieh rechtzeitig in Sicherheit bringen kӧnnen, was wiederum dazu führt, dass der Verlust von Nutztieren an Lӧwen und auch das Tӧten von Lӧwen in Vergeltung minimiert wird. Das Programm wird außerdem mit dem Konzept mobiler Gemeinschaftskraals gepaart, durch die die Sicherheit von Kühen mit der Düngung von Feldern kombiniert wird, und somit der Ernteertrag stark erhӧht werden kann.

Um erstmalig umfassende Daten zu den Raubtiervorkommen im Weltnaturerbe des Okavango Deltas zu erhalten, wird ab 2017 außerdem eine großflächige Bestandsaufnahme im gesamten Bereich des Deltas und des umliegenden Distriktes durchgeführt. Desweiteren wird die Arbeit an Verbundkorridoren nach Norden, in Richtung Caprivistreifen und Angola, nach Westen, zum Khaudum Nationalpark in Namibia, und nach Südwesten, in Richtung Zentralkalahari, ausgeweitet.

SAVE unterstützt sowohl KAZA-Projekte als auch beispielsweise das Zustandekommen eines Workshops über die Situation der großen Beutegreifer in Botswana. Das Team des Trans-Kalahari Predator Programms freut sich über das anhaltende Interesse an ihrer Arbeit und mӧchte sich für Ihre Unterstützung ganz herzlich bedanken!

 

Botswana Large Carnivore Workshop in Maun

Donnerstag, den 19. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Aus ganz Botswana tagten bei diesem Workshop unter Leitung von Rebecca Klein, Geschäftsführerin von Cheetah Conservation Botswana, mehr als 55 Vertreter des Department of Wildlife and National Parks (DWNP), von Universitäten, nicht-staatlichen Organisationen (NGO‘s) und aus der Tourismusbranche. Gegenstand der Diskussionsgruppen war vor allem die kartographische Erfassung von Löwe, Leopard und Gepard, sowie von Tüpfelhyäne, Brauner Hyäne und dem Afrikanischen Wildhund. Für SAVE nahm unsere Mitarbeiterin in Botswana, Pam Zweerts, an dieser wichtigen Tagung teil.

Dr. Michael Flyman vom DWNP bedankte sich neben der Arbeitsgruppe Carnivore Conservation Coalition, die der Kavango Zambezi-Transfrontier Conservation Area (KAZA) angehört, insbesondere bei SAVE für finanzielle Unterstützung bei der Organisation des Workshops. Er unterstrich ferner die große Bedeutung der Zusammenarbeit mit NGO‘s seit der Gründung des Forschungsprogramms des DWNP im Jahr 1965, dessen Erfolg seitdem maßgeblich von Kooperationen mit diesen Organisationen und unabhängigen Forschern geprägt ist. Er führte weiter aus, dass anders als bei vorherigen Workshops hier der Datenaustausch im Vordergrund steht. Diese Informationen sollen staatlichen Stellen wie dem DWNP dazu dienen, Maßnahmen und Regelwerke für Entscheidungsebenen zu entwickeln und somit Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen.

Die Teilnehmer kamen überein, im Laufe des kommenden Jahres eine zentrale Datenbank zu erstellen, wo Daten zu den großen Beutegreifern gesammelt, zusammengeführt und analysiert werden können. Darüber hinaus soll ein aktives Diskussionsforum zwecks schnellem Informationsaustausch entstehen. Ebenso sollen Gebiete mit hoher Priorität für künftige Forschung festgelegt werden.

 

ZeroPalmöl - App

Mittwoch, den 18. Mai 2016 um 07:36 Uhr

ZeroPalmöl – kostenlose App für nachhaltiges Einkaufen

Zeropalmoel

Der SAVE Wildlife Conservation Fund (Wülfrath) hat im Rahmen seiner ZeroPalmöl-Kampagne eine kostenlose App entwickelt, mit deren Hilfe Verbraucher palmölfreie Einkaufsalternativen aufrufen können. Das Programm bietet mit wenigen Klicks über 5.000 Produkte ohne Palmöl von über 200 Herstellern. Es gibt die App sowohl für Android- als auch iOS-Betriebssysteme.

Die Frucht der Ölpalme ist in nahezu jedem zweiten Supermarktprodukt zu finden. Angefangen bei Schokoriegeln über Wasch- und Reinigungsmittel bis hin zu Kosmetikartikeln wie Pflegecremes und Zahnpasten. Palmöl ist geschmacksneutral, lange haltbar und bleibt auch bei Zimmertemperatur fest. Außerdem ist es vielseitig verwendbar und billig. Aber all diese Vorteile sind in der ökonomischen wie ökologischen Gesamtbilanz teuer erkauft. Denn für die steigende Nachfrage werden Regenwaldflächen gerodet, Kleinbauern vertrieben, Grund und Boden durch den Einsatz von Pestiziden verseucht. Arten wie Orang-Utan oder Sumatra Tiger verlieren ihren Lebensraum und sind akut vom Aussterben bedroht. Die großflächige Brandrodung heizt zudem den Klimawandel an, da CO2 freigesetzt wird. Hinzu kommen Gesundheitsschäden, die raffiniertes Palmöl verursacht. Studien zeigen, dass das Molekül 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester, die beim Raffinieren entstehen, schwere Krankheiten wie Krebs verursachen können. Diese Moleküle sind bei Palmöl in weitaus höherer Konzentration enthalten als in anderen pflanzlichen Ölen.

Aktuell wird die immense Regenwaldzerstörung mit all ihren negativen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt von den meisten Herstellern billigend in Kauf genommen. Verbraucher bekommen mit den Produkten also die Regewaldzerstörung frei Haus.

Hersteller, Handel, Verbraucher und die Politik sind deshalb aufgerufen zu handeln und die Verwendung von Palmöl drastisch zu reduzieren. SAVE möchte mit seiner App dazu einen Beitrag leisten. Diese ist komplett aus investigativer, eigener Recherche und intensiver Kontaktarbeit des SAVE-Teams entstanden. Die dazugehörige Datenbank der Produkte ohne Palmöl wird ständig erweitert und aktualisiert.

Mit dem digitalen Ratgeber für unterwegs können sich Verbraucher aber nicht nur palmölfreie Produkte anzeigen lassen. Verschiedenfarbige Augensymbole kennzeichnen die Hersteller und ermöglichen dem Verbraucher so auf einen Blick zu erkennen, ob der Hersteller in seinem Sortiment andere Artikel mit z.B. Bio-Palmöl oder RSPO-zertifizierten Palmöl produziert oder ob er sich in der Umstellungsphase auf Palmölalternativen befindet.

Die ZeroPalmöl-App ist zu finden unter:

- iOS-Version: Bei der Suche im App Store "ZeroPalmöl" eingeben oder folgenden Link benutzen: https://itunes.apple.com/us/app/pop-produkte-ohne-palmol/id984641147?mt=8&ign-mpt=uo%3D4

- Android-Version: Suche nach "ZeroPalmöl" im Google Play Store oder über folgenden Link: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.zeropalmoil

 
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