News zum Europäischen Tag der Meere am 21.5.2012
|
Freitag, den 18. Mai 2012 um 09:41 Uhr |
Der Mythos vom „gesunden Fisch“Empfehlung zum regelmäßigen Fischverzehr ist in mehrfacher Hinsicht bedenklich
Fisch ist angeblich so gesund. Wegen seiner Inhaltsstoffe wir Omega 3 Fettsäuren, Jod, Selen und Vitamin D raten sowohl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, als auch Krankenkassen und Ernährungsmediziner zu ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche.
Doch diese generelle Empfehlung hält Lars Gorschlüter, Vorstand des SAVE Wildlife Conservation Fund, für verantwortungslos: „Wir wissen, dass unser Fischkonsum neben all den bekannten positiven Eigenschaften auch etliche Risiken birgt: Sowohl für unsere Gesundheit, als auch für das ökologische Gleichgewicht der Meere.“
Was die Fisch-Befürworter verschweigen: Tatsächlich enthält Fisch nicht nur wichtige Öle, Vitamine und Spurenelemente, sondern auch Gifte: wie Dioxine, Schwermetalle und Antibiotika. Wirklich lebensbedrohlich für den Mensch aber ist in vielen Fischen die hohe Konzentration an Quecksilber.
Das norwegische Institut für Wasserforschung Niva stellte in einer Studie fest, dass der Quecksilbergehalt in norwegischen Süßwasserfischen in wenigen Jahren um 60% angestiegen ist. Besonders gefährlich, so die Forscher, sei eine spezielle Quecksilberverbindung, das Methylquecksilber. Es kommt in hoher Konzentration vor allem in fettreichen Meeresfischen vor, weshalb der Verzehr von Thunfisch, Makrele oder Heilbutt ein großes Gesundheitsrisiko darstellt. Bei diesen Fischen ist oft die von der WHO festgelegte Höchstmenge an Quecksilber überschritten.
Die gesundheitlichen Folgen einer Quecksilbervergiftung sind schwerwiegend: Da es sich in den Organen ablagert, führt es zu neurologischen Ausfällen, zu Nieren- und Leberschäden – bis hin zum Tod durch Organversagen.
Aber auch aus einem weiteren wichtigen Grund hält es der SAVE Wildlife Conservation Fund für unverantwortlich, den Mythos vom „gesunden Fisch“ weiterhin aufrecht zu halten: „Wir wissen, dass 80% der Meere bis an die Belastbarkeitsgrenze befischt oder schon überfischt sind“, meint Lars Gorschlüter.
Die Bestandszahlen der europäischen Fischarten gehen seit Jahren zurück. Vier von fünf Arten sind bereist überfischt, die beliebtesten Arten, wie Thunfisch und Makrele, so das Ergebnis eines mehrjährigen Forschungsprojekt der spanischen Universidad A Coruna, gingen in den letzten Jahren um 60% zurück.
Ganz aktuell zeigt eine Studie des GEOMAR, Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, dass ein Viertel aller Fischbestände durch Überfischung sogar komplett zusammengebrochen sind.
Diese und viele weitere alarmierende Zahlen zeigen, dass unsere Meere kurz vor dem Kollaps stehen und erklären, warum Natur- und Umweltschutzorganisationen die Empfehlung der Krankenkassen und Ernährungsgesellschaften äußerst kritisch sehen.
Lars Gorschlüter: „Bis sich die Bestände erholt haben, ist unser Appell an die Verbraucher: Verzichten Sie ganz auf Fisch und schützen Sie nicht nur die Meere, sondern auch Ihre eigene Gesundheit!“. |
SAVE trifft führende Artenschutz-Experten der Universität Oxford
|
Dienstag, den 15. Mai 2012 um 08:13 Uhr |
Entscheidender Grundstein für Kooperation zwischen SAVE und WildCRU gelegt
Als Lars Gorschlüter Ende April nach Oxford flog um sich mit den führenden Köpfen im Artenschutz zu treffen, standen viele entscheidende Punkte auf der Agenda: Wie lässt sich künftig der Konflikt zwischen einer wachsenden Bevölkerung und bedrohten Wildtieren lösen? Mit welchen Maßnahmen lässt sich das Artensterben effektiv aufhalten?
Sowohl die Wissenschaftler der WildCRU als auch Lars Gorschlüter waren sich einig: Kaum etwas ist langfristig wirkungsvoller für den Artenschutz als die Investition in die Ausbildung afrikanischer Studenten - also das, was SAVE im Rahmen seines Capacity-Development-Programms bereits erfolgreich umsetzt.
Auch die WildCRU bildet Einheimische aus den jeweiligen afrikanischen Ländern in Oxford zu Forscher und Naturschützern aus, so dass SAVE künftig auf diesem Gebiet sehr eng mit der WildCRU zusammenarbeiten wird.
Geplant ist, botswanischen Studenten und Doktoranden, die im Rahmen des Capacity Development von SAVE bereits unterstützt werden, zusätzlich Fortbildungen an der Oxford-Universität in „Wildlife Conservation“ zu ermöglichen.
Ein weiteres Thema in Oxford war das neugeschaffene Schutzgebiet KaZA, das Wildtier-Korridore zwischen insgesamt fünf Ländern schaffen wird. Im Zentrum des Expertenaustauschs stand die Frage: Wie können davon künftig auch die Löwen profitieren, speziell die Tiere, die im Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Botswana migrieren?
In dieser Gegend sind Löwen durch ihre Nähe zu Farmland und durch starke Wilderei in Simbabwe besonders bedroht. Deshalb wurde das „Hwange Lion Project“ ins Leben gerufen, vom dem sich die Forscher valide Daten versprechen, auf deren Basis sie effektive Schutzmaßnahmen in der Zukunft einleiten können. SAVE ist als möglicher Kooperationspartner des Hwange Lion Projects im Gespräch.
|
|
Mithelfen! Zwei Mausklicks für den Artenschutz
|
Dienstag, den 08. Mai 2012 um 10:27 Uhr |
SAVE ist Partner von Clicks for Charity
Mit zwei Mausklicks können Sie Großes für den Artenschutz tun:
Immer wenn Sie etwas Amazon, Neckermann, Otto, Conrad oder Zalando online bestellen, bitte künftig den kleinen Umweg über http://clicks4charity.net/ gehen.
Shop anklicken, SAVE als Hilfsorganisationen auswählen und shoppen wie gewohnt.
Sie kostet das keinen Cent mehr, und wir bekommen von jedem Einkauf 80% der Provision (das sind rund 5% der Einkaufssumme).
Mit diesem Geld können wir unsere Löwen- und Wildhundprojekte unterstützen, die Protestkampagne in Kamerun weiterführen oder die Umweltbildung für afrikanische Kinder ausbauen. DANKE, dass Sie mitmachen. Und erzählen Sie allen davon!
|
Dschungel-Kino vom Feinsten
|
Montag, den 30. April 2012 um 10:27 Uhr |
Faszinierende Aufnahmen aus dem Kongo
Insgesamt fast ein Jahr lang war SAVE-Forscher Torsten Bohm unterwegs in den entlegensten Gebieten des Gabuns und der Republik Kongo. Viele Entbehrungen hat er auf sich genommen: stundenlange Fußmärsche durch das dichte Gestrüpp bei feuchtheißem Klima und Verzicht auf jeglichen Komfort.
Alles um seine Mission zu verfolgen: Der Berliner Biologe wollte Tüpfelhyänen finden, von denen keiner so recht wusste, ob und in welcher Zahl sie in diesen Regionen noch leben. So viel vorweg: Torsten Bohm wurde fündig, aber leider nur im Kongo.
Aber zunächst ein kleiner Vorgeschmack auf die faszinierende Artenvielfalt in den dichten Regenwäldern und letzten intakten Savannengebieten der Republik Kongo und des Gabuns, die Torsten Bohm mit seinen Fotofallen aufnehmen konnte: Pinselohrschweine, Afrikanische Zibetkatzen, Buschböcke, Servale, Schimpansen, Erdferkel…
Eine Artenvielfalt, die wir unbedingt erhalten und schützen müssen!
Die Aufnahmen stammen aus einem Wald-Savannen-Mosaik im Südosten Gabuns und aus dem Odzala-Kokoua Nationalpark, Republik Kongo.
Die Tiere der Reihenfolge nach: Schimpanse, Gabun und Kongo / Waldelefant, Gabun und Kongo / Pinselohrschwein, Kongo / Rotbüffel, Kongo / Olivmangabe, Kongo / Sumpfmanguste, Kongo / Waldginsterkatze, Kongo / Afrikanische Zibetkatze, Kongo / Afrikanischer Quastenstachler, Kongo / Erdferkel, Kongo / Grosse Rohrratte, Kongo / Buschbock, Gabun / Schwarzfußmanguste, Gabun / Riesenschuppentier, Gabun / Waldginsterkatze, Gabun / Ichneumon, Gabun / Schwarzrückenducker, Gabun / Großfleck-Ginsterkatze, Gabun / Afrikanische Zibetkatze, Gabun / Rotbüffel, Kongo / Serval, Kongo / schwarzer Serval, Gabun
|
EDEKA stoppt Thunfisch-Bezug nach Tierschützer-Protesten
|
Freitag, den 27. April 2012 um 14:13 Uhr |
|
Die Tierschutz-Organisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und der SAVE Wildlife Conservation Fund hatten zusammen mit dem Oscar- und Bambi-Preisträger Richard O'Barry die Lebensmittelkette EDEKA auf einer Pressekonferenz Ende März in Düsseldorf wegen tödlicher Delfinbeifänge beim Thunfischfang scharf angegriffen.
EDEKA teilte dem WDSF nun mit, dass sie auf die Vermarktung eines der kritisierten Produkte zukünftig verzichten will.
WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller hatte die EDEKA-Zentrale damit konfrontiert, dass ab Mai 2012 Protestaktionen vor der Hauptzentrale in Hamburg im Beisein des Hollywoodstars Ric O'Barry zusammen mit SAVE stattfinden würden.
O'Barry war früher der Flipper-Trainer der gleichnamigen Fernsehserie und konvertierte nach Flippers Tod zum weltbekanntesten Delfinschützer. Nach offiziellen Angaben des internationalen Delfinschutz-Programms AIDCP starben im Jahr 2009 alleine 1.239 Delfine, unzählige Haie, Meeresschildkröte, Jungthunfische und andere Meeresbewohner durch den Thunfisch-Beifang.
Das Fangschiff "Marta Lucia" der Firma Seatech, dem Kooperationspartner von EDEKA seit 2010, stand nach Angaben des Bayerischen Fernsehens im Jahr 2010 auf der schwarzen Liste der Thunfisch-Fänger wegen illegalem Fischfang.
In einem Antwortschreiben an das WDSF teilt EDEKA-Sprecher Rolf Lange nun mit, dass aufgrund der Nachhaltigkeitsvorsorge zukünftig auf den Bezug des gefährdeten Gelbflossen-Thunfischs verzichtet werde, gleichwohl aber andere Thunfisch-Produkte im Verkauf bleiben. Die Tierschützer kritisieren weiterhin, dass EDEKA somit immer noch Delfinbeifänge in Kauf nimmt und die Thunfischdosen mit irreführenden Hinweisen versehen würde. So heißt es auf den Thunfisch-Filets-Dosen: "Weniger Beifang durch selektive Fangmethoden, umweltfreundlich, bestandserhaltend".
Ortmüller: "Es ist zwar ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, eine der Thunfischsorten aus dem Verkauf zu nehmen. EDEKA nimmt aber weiterhin die tödlichen Beifänge in Kauf und verdummt die Käufer, die denken sollen, alles sei in Ordnung. Auch im Hinblick auf eine mögliche Quecksilber-Belastung sollte EDEKA am besten alle Thunfisch-Produkte aus dem Programmen nehmen. Das wäre vorbildlich."
|
Pressemitteilung zum Earth day am 22.4.2012: Kein Platz mehr für wilde Tiere?
|
Freitag, den 20. April 2012 um 07:21 Uhr |
Raubtiere sind Nahrungskonkurrenten des Menschen – und bezahlen das oft mit dem Tod
In Afrika wird ein Löwe erschossen, weil er eine Kuh reißt. In Japan werden Delfine gnadenlos gejagt, weil sie angeblich die letzten Fische fressen. Bär Bruno dufte nur wenige Tage in Deutschland leben, weil er Schafe riss. Auch die Rückkehr von Luchs und Wolf löst nicht bei allen Begeisterungsstürme aus. Schäfer fürchten um ihre Tiere, Jäger um ihre Beute.

Immer dann, wenn Raubtiere in Nahrungskonkurrenz zum Menschen stehen, ist ihr Bestand in Gefahr. Konkurrenten werden getötet – ungeachtet ihrer wichtigen Rolle im ökologischen Kreislauf – und teils bis an den Rand der Ausrottung getrieben.
Ohne die großen Beutegreifer wäre unsere Erde nicht nur um die charismatischsten aller Tiere ärmer. Auch biologische Kreisläufe würden unterbrochen, Krankheiten würden sich ausbreiten.
Der Verlust einer Art kann den Zusammenbruch des gesamten Ökosystems bedeuten. Bekannt ist das beim Hai, der gnadenlos abgeschlachtet wird: Trotzdem werden täglich 250.000 Tiere getötet und zu Haifischflossensuppen oder Schillerlocken verarbeitet. Verschwindet der Hai, stirbt das gesamte Riff innerhalb von 12 bis 24 Monaten, wie Forscher erst kürzlich veröffentlichten.
Welche Konsequenzen der Verlust des vielleicht charismatischen Raubtiers, dem Löwen, haben würde, ist überhaupt noch nicht erforscht. Der einst mächtigste und vermeintlich stärkste „König“ aller Raubtiere ist laut Roter Liste der ICUN als verwundbar eingestuft, viele Wissenschaftler sehen ihn jedoch in vielen Gebieten als hochgradig gefährdet: In den letzten 60 Jahren ist die Population um 95% zurück gegangen. Noch schlechter ist es um den Afrikanischen Wildhund bestellt: Weltweit leben nur noch maximal 3.500 Exemplare, trotzdem werden sie fast täglich vergiftet und erschossen.
Überall auf der Welt gibt es große Beutegreifer, und überall verschwinden sie. Auslese von kranken und schwachen Tiere, Gestalten der Pflanzenwelt, Verhinderung der Übertragung und Ausbreitung von Seuchen und parasitätern Erkrankungen: Experten sind sich einig, dass die Rolle der Raubtiere weitaus wichtiger ist als das bloße Fressen der Beutetiere. Überraschend, wenn auch noch nicht bis ins Letzte erklärbar: Mit dem Schwinden der Beutegreifer verschwinden auch die Beutetiere. Stirbt eine Art aus, fällt das gesamte ökologische Zusammenspiel wie eine Kaskade zusammen. Es geht bei der Rettung der Arten also um sehr viel mehr: Letztlich auch um die Rettung von uns Menschen.

Diese dramatische Entwicklung ruft weltweit Artenschutzorganisationen auf den Plan, die versuchen, gegenzusteuern. Der SAVE Wildlife Conservation Fund setzt sich beispielsweise in Forschungsprojekten und Schutzprogrammen für das Überleben der großen Beutegreifer ein. Hyänen im Kongo, Afrikanische Wildhunde und Löwen in Botswana, Delfine in Japan oder Haie in den Weltmeeren: All diesen Beugreifern wird eins zum Verhängnis: Sie bevorzugen die gleiche Nahrung wie der Mensch. Und der hat sich zwar bekanntlich zum Herrscher über die Natur auserkoren, doch zögert er momentan noch, die Verantwortung für das Artensterben zu übernehmen.
„Wir überzeugen Farmer, wildernde Raubtiere nicht zu gleich zu töten, wenn diese auf ihr Farmland einwandern, sondern unser Forscherteam vor Ort zu kontaktieren, damit dieses die Tiere mit verschiedenen Schutzmaßnahmen vor dem sicheren Tod bewahren können“ erzählt SAVE-Vorstand Lars Gorschlüter. „Wir begeistern in verschiedenen Umweltbildungsprogrammen schon Kinder für die Schätze der Wildnis und hoffen, dass sie als Erwachsene keine Raubtiere töten. Davon versprechen wir uns ein Höchstmaß an Nachhaltigkeit. Wir appellieren auch an den deutschen Verbraucher, öfter mal auf Fisch und Fleisch zu verzichten. Dass die Meere kurz vor dem Kollaps stehen, wissen die meisten. Aber wem ist schon bewusst, dass unser Fleischkonsum auch Raubtiere in Afrika tötet? Weil die EU zum Beispiel ein wichtiger Abnehmer von afrikanischem Rindfleisch ist. Und weil viele, auch arme, afrikanische Farmer am Tropf des europäischen Marktes hängen, töten sie Löwen und Wildhunde, der ihr kostbares Vieh reißen. Nicht zuletzt durch die Nachfrage vieler Europäer ist in einigen afrikanischen Ländern eine gigantische Rindfleischindustrie gewachsen, die letztlich den Tod vieler Afrikanischer Raubtiere bedeutet.“

Gigantischer Flächenverbrauch für unseren großen Fleischhunger, oft verbunden mit Landraub in Drittweltländern, mit Spekulationen auf Lebensmittel, die die Ärmsten der Armen noch hungriger zurück lassen - fast immer laufen alle Fäden in den westlichen Industrienationen zusammen. Dies wird immer wieder festgestellt, wenn es bei SAVE darum geht, Arten zu retten.
Wir können durch unser Konsumverhalten maßgeblich Raub- und Wildtiertierbestände weltweit schützen: Vegetarische Ernährung, Verzicht auf palmölhaltige Produkte, Verzicht auf Biosprit – das sind nur einige wenige Bespiele, wie weltweit höchst wertvolle und intakte Lebensräume, die auch Heimat der großen Beutegreifer sind, geschützt werden: Am Earth day und an allen restlichen 364 Tagen im Jahr.
|
|
|